ADAC: Goodyear-Gummis verlieren Anschluss an Spitze

Mittwoch, 21 Februar, 2018 - 13:30
Eine ausbaufähige Nässe-Performance fällt bei vielen Reifen im aktuellen Test auf.

Zwei Testdimensionen haben sich die ADAC-Reifentester für ihren aktuellen Sommerreifentest vorgenommen. Während in der 205er Dimension gewohnt Premiummarken wie Michelin, Bridgestone und Continental an der Spitze eines breiten mit „gut“ bewerteten Feld liegen, dominieren die 175er Testgröße überraschenderweise Falken und Semperit. Zwei Reifen werden massiv abgewertet, da sie den ADAC Schnelllauftest nicht bestehen.

Der aktuelle ADAC Sommerreifentest läutet die Testsaison 2018 ein. Insgesamt 30 Pneus haben ihre Performance auf Nässe und trockener Strecke unter Beweis gestellt, Kriterien wie Geräusch, Kraftstoffverbrauch und Verschleiß fließen ebenso in die Bewertung ein. 16 Reifen in der Dimension 205/55 R 16 V, das heißt freigegeben bis zu 240 km/h, hat der ADAC für seinen Sommerreifentest getestet. Das Ergebnis liegt auf einem hohen Niveau, sechs Pneus schaffen die Schulnote „gut“. Es folgt ein breites Mittelfeld, das mit „befriedigend“ bewertet abschneidet. Zwei Reifen werden allerdings massiv abgewertet, da sie den ADAC Schnelllauftest nicht bestehen: der Infinity Ecosis und der Vredestein Sporttrac 5. Im ECE-R-30-Normtest müssen Reifen ihre Schnelllauffestigkeit bis zu ihrem Speedindex beweisen. Das schaffen die beiden genannten Reifen zwar, doch der ADAC hat eigenen Angaben zufolge die maximalen Sicherheitsreserven mit verschärften Bedingungen getestet – dabei fielen die beiden oben genannten Reifen durch.

Dominiert wird das vordere Feld in der 205er Dimension von Premium-Marken. An der Spitze liegt der Michelin Primacy 3 mit der „Bestnote beim Verschleiß“. Er ist laut den Testern sehr ausgewogen und „besonders gut auch auf trockener Fahrbahn“. Es folgen mit gleicher Note (2,3) der Bridgestone Turanza T001 Evo mit der Bestnote auf Nässe, der Continental PremiumContact 5 mit der Bestnote beim Kraftstoffverbrauch und der Firestone Roadhawk mit der Bewertung „besonders gut auf trockener und nasser Fahrbahn“. Alle drei letztgenannten Reifen sind dem Urteil des ADAC zufolge sehr ausgewogen. Ebenfalls „sehr ausgewogen“ sind die beiden nachfolgenden Reifen Hankook Ventus Prime 3 K125 („Bestnote auf trockener Fahrbahn, noch gut auf Nässe“) und der Semperit Speed-Life 2 („besonders gut auf Nässe, noch gut auf trockener Fahrbahn“). Andere Premiummarken wie Pirelli und Goodyear landen jedoch im breiten Mittelfeld.

Dieses wird von drei Reifen mit der Gesamtnote 2,6 angeführt: Nach Angaben des ADAC ist der Esa+Tecar Spirit 5HP gut auf trockener Fahrbahn. Vergleicht man ihn jedoch mit den Besten, so soll er etwas schwächer auf Nässe sein. Noch gut auf Nässe sei der Kumho Ecsta HS51. Er wiederum zeige etwas Schwächen auf trockener Strecke. „Besonders gut auf trockener Fahrbahn“ ist der Pirelli Cinturato P7 Blue. Leichte Abstriche bekommt er aufgrund seiner Performance auf nasser Fahrbahn. Er punktet aber beim Verschleiß. Die ADAC Reifentester loben ebenso beim Fulda EcoControl HP den „geringen Verschleiß“. Da er jedoch offenbar relativ schwach auf Nässe ist, reicht es für keine bessere Platzierung.

„Relativ schwach auf trockener und nasser Fahrbahn“ schreiben die Tester über den Giti Premium H1, der immerhin noch mit „befriedigend“ beziehungsweise 3,0 abschneidet. Damit liegt er, die Gesamtnote betrachtet, auf Augenhöhe mit dem Goodyear EfficientGrip Performance, der zwar „gut auf trockener Fahrbahn“ ist, jedoch Abstriche auf Nässe und beim Verschleiß bekommt. Dies dürfte kaum dem Goodyear-Anspruch entsprechen. Auch das Resultat für den Nexen N’blue HD Plus dürfte in der Unternehmenszentrale der Koreaner kaum für Luftsprünge sorgen. Der ADAD urteilt: „leisestes Innengeräusch, höchster Kraftstoffverbrauch“. Der Cooper Zeon CS8 platziert sich als letzter Reifen im noch befriedigenden Spektrum. Er schwächelt laut den Testern auf trockener und nasser Strecke gleichermaßen. 

Die Testeinheiten der Größe 175/65 R14T wurde auf einem Ford Fiesta absolviert. Mit dem Falken Sincera SN832 Ecorun und dem Semperit Comfort-Life 2 liegen zwei relative Überraschungskandidaten an der Spitze des Feldes. Der Falken siegt mit der Gesamtnote 2,3 dank besonders guter Performance auf trockener Fahrbahn und gutem Vermögen auf Nässe. „Ein sehr ausgewogener Sommerreifen“, so da Fazit. Ähnlich fällt das Urteil zum Semperit-Reifen aus. Ausgewogen und besonders gut auf Nässe soll er sein. Der zweite Reifen aus dem Continental-Konzern, der Conti PremiumContact 5, erhält gar die Bestnote auf Nässe, wird aber aufgrund des hohen Verschleißes deftig abgewertet und landet im grauen Mittelfeld.

Im Ranking folgt eine Reihe an Reifen die insgesamt durchaus zu überzeugen wissen, aber doch immer kleinere Schwächen offenbaren. Der Dunlop Street Response 2 („im Vergleich zu den Besten etwas schwächer auf Nässe“), der Kleber Dynaxer HP3 („etwas schwächer auf Nässe, relativ hoher Verbrauch“) sowie die „auf Nässe etwas schwächeren Reifen“ Vredestein T-Trac2, Apollo Amazer 4G Eco, Pirelli Cinturato P1 Verde und Pneumant Summer ST2.

Goodyear landet mit dem EfficientGrip Compact im Niemandsland. Premium ist die vom ADAC getestete Performance auf Nässe wohl kaum. Diesen Mängel teilt der Goodyear-Reifen mit seinem Konzern-Bruder Fulda EcoControl. Beim noch befriedigenden Firestone Multihawk 2 kommt zu der Schwäche auf Nässe noch ein relativ hoher Spritverbrauch. Der Maxxis Mecotra 3 bekommt als vorletzter Reifen den zweitschlechtesten Wert in den Nassdisziplinen notiert. Das für den Goodyear Dunlop-Konzern absolut nicht ausreichende Abschneiden komplettiert das Schlusslicht Sava Perfecta. Auch bei diesem Reifen fällt die  schlechte Nässeperformance besonders ins Gewicht.

In den letzten Jahren haben die Wahrnehmung und das Vertrauen in Reifentests seitens der Händlerschaft und der Endkonsumenten erheblich abgenommen. Der ADAC, die europäischen Partnerclubs und Verbraucherschutzorganisationen erwähnen deshalb explizit den im Rahmen des Sommerreifentests durchgeführten mehrstufigen Einkaufsprozess. Mehrere Nachprüfungen und die Anonymisierung der Produkte seien zudem die Basis gewesen, um „Manipulationen nahezu auszuschließen“.

Lesen Sie aktuelle Sommerreifen-Testergebnisse hier.

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akl/kle

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