Überraschungen im ADAC Sommerreifentest

Montag, 20 Februar, 2017 - 16:45
Nicht unbedingt erwarten konnte man einige Ergebnisse des aktuellen Sommerreifentests vom ADAC. (Bildquelle ADAC/Archiv)

Im aktuellen Sommerreifentest des ADAC tauchen einige Überraschungen auf. Zwar platzieren sich in der Bewertungskategorie der „guten Reifen“ die üblichen Verdächtigen aus dem Premium-Segment, aus dem mittleren Preissegment allerdings profilieren sich einige Reifen, die Kenner der Materie so sicherlich nicht unbedingt auf dem Schirm haben – beispielsweise der Esa-Tecar Spirit 5 HP, der Aeolus Precision Ace 2 AH03 und in der Dimension 215/65 R16 der Cooper Zeon 4XS Sport.

16 Sommerreifen für die Mittelklasse (195/65 R15 91V) standen auf dem Prüfstand. Testfahrzeug war ein VW Golf. Die Gesamtwertung führt der Pirelli Cinturato P1 Verde an, Schlusslicht ist der GT Radial Champiro FE1. Der Italiener überzeugt als „sehr ausgewogener Reifen, der „besonders gut auf Nässe“ ist und sich zudem durch „relativ geringen Verschleiß“ und ein „leises Innengeräusch“ auszeichnet. Als „sehr ausgewogen“ erscheinen in der Bewertungskategorie „gut“ auch der Bridgestone Turanza T001 („besonders gut auf trockener und nasser Fahrbahn“, „relativ geringer Kraftstoffverbrauch“) und der Continental PremiumContact 5 („Bestnote auf Nässe“). Gut sind laut ADAC auch der Goodyear EfficientGrip Performance („besonders gut auf trockener Fahrbahn“) und überraschender Weise der Esa Tecar Spirit 5 HP.

Dunlop führt mit dem Sport BlueResponse die „befriedigenden“ Reifen an. Der Dunlop-Reifen erhält die Bestnote auf trockener Fahrbahn, ist jedoch im Vergleich zu den besten Gummis „etwas schwächer auf Nässe“. Was die Nass-Disziplinen betrifft, wird die leichte Schwäche auch dem Nokian Line attestiert. Der Vredestein Sportrac 5 weist in seiner Stärkenliste einen „geringen Verschleiß“ auf. Dafür sei er etwas schwächer auf trockener und nasser Piste. Relativ gut auf Nässe zeigt sich offenbar der Aeolus Precision Ace 2 AH03. Minuspunkte sollen aber der Verschleiß und Spritverbrauch sein. Kumho schafft es den Ecowing ES01 KH27 ebenfalls im Kreis der „befriedigenden“ Reifen zu etablieren. Für die Koreaner sicherlich nach dem Abgang des ETC Executive Managing Director Peter Becker eine erfreuliche Nachricht. Lange Minen dafür sicherlich wieder bei Michelin: Der Energy Saver + ist nicht auf Augenhöhe mit den besten Reifen im Markt – diese in den letzten Jahren deutlich erkennbare Tendenz kann nicht dem Michelin-Anspruch entsprechen. Die Bestnote beim Verschleiß kann in der ADAC Wertung die schwächere Performance auf nasser Straße nicht ausgleichen.

Der Sava Intensa HP („Relativ geringer Verschleiß“, „etwas schwächer auf Nässe“), der Semperit Comfort Line 2 („geringer Spritverbrauch“, „etwas schwächer auf Nässe“), der Hankook Ventus Prime 3 K125 („gut auf trockener Fahrbahn“, „relativ schwach auf Nässe“) und der Maxxis Premitra HP5 („gut auf trockener und nasser Fahrbahn“, „hoher Verschleiß“) finalisieren das Bewertungsfeld der „befriedigenden“ Reifen in der Größe 195/65 R15 91V. Als einziges Gummi wird der GT Radial Champiro FE1 als nur „ausreichend“ abgestraft. Zwar erhält er die Bestnote beim Verbrauch, die Schwächen auf Nässe und trockener Strecke erscheinen den ADAC-Testern aber zu gravierend.

Auffällig bei den vom ADAC 15 getesteten SUV-Sommerreifen in der Dimension 215/65 R16 98 H auf dem Testfahrzeug VW Tiguan ist das sehr breite, mit der Schulnote „befriedigend“ bewertete Mittelfeld. Oder andersherum betrachtet, stechen vier Reifen positiv beziehungsweise negativ heraus: Während der Goodyear EfficientGrip SUV und der Cooper Zeon 4XS Sport als einzige Reifen mit der Note „Gut“ abschneiden, reicht es für den Premium-Reifen Michelin Latitude Tour HP nur für ein „ausreichend“ und für den Yokohama Geolandar SUV für ein „mangelhaft“. Beide letztgenannten Reifen büßen ihre Note aufgrund der „schwachen“ beziehungsweise „extrem schwachen“ Leistung auf Nässe ein. Da helfen laut Ergebnis dem Michelin auch nicht die „Bestnote beim Verschleiß“ und der „geringe Spritverbrauch“. Ebenso der Yokohama Reifen kann nur in diesen beiden Kategorien punkten. 

Mit „Bestnote auf Nässe“ hingegen glänzt der Goodyear EfficientGrip SUV, der in der vom ADAC betrachteten Dimension Platz eins einnimmt. Dicht dahinter folgt der Cooper Zeon 4XS Sport, der nach Angaben der Reifentester eine gute Performance auf trockener und nasser Fahrbahn aufzeigt. Das breite Mittelfeld wird gleich von drei Reifen mit der Gesamtnote 2,8 angeführt: Firestone Destination HP („besonders gut auf trockener Fahrbahn, etwas schwächer auf Nässe“), Nokian Line SUV XL („gut auf trockener Fahrbahn, relativ hoher Spritverbrauch“) und Pirelli Scorpion Verde XL („besonders gut auf trockener Fahrbahn, etwas schwächer auf Nässe“). Es folgt dicht dahinter der Semperit Comfort-Life 2 SUV mit „geringem Spritverbrauch“. Wie es sich für den „Regenreifen“ Uniroyal Rain Expert 3 SUV gehört, fährt er die „Bestnote auf Nässe“ ein. Mit der gleichen Endnote 3,1 folgen der Barum Bravuris 4x4, der auf trockener Strecke „relativ schwach“ abschneidet und der General Grabber GT, der „relativ schwach“ auf Nässe ist. Mit gleicher Gesamtnote (3,3) reihen sich der Apollo Apterra H/P („gute Verbrauchs- und Verschleißwerte“ aber „relativ schwach auf trockener und nasser Fahrbahn“) und der Hankook Dynapro HP2 RA33 („recht leise, relativ schwach auf Nässe“) ein. Mit der „Bestnote beim Spritverbrauch“ kann der BF Goodrich g-Grip SUV und mit der „Bestnote auf trockener Fahrbahn“ der Bridgestone Dueler H/P Sport punkten.

Eine aktuelle Übersicht über die Sommerreifen und das jeweilige Abschneiden in verschiedenen Reifentests finden Sie in unserer Reifentestdatenbank.

In der März-Ausgabe von AutoRäderReifen-Gummibereifung liegt wieder das Sommerreifen-Supplement bei, diesmal mit 677 Profilen.

Quelle: 

kle/akl

Rubrik: 

Themen, die Sie interessieren könnten

  • Seit 17 Jahren unterstützt Michelin bereits die Aktion "Achtung Auto".

    Den Anhalteweg eines Autos richtig einzuschätzen, kann lebenswichtig sein. Besonders schwer fällt dies oft Kindern – laut Statistischem Bundesamt verunglückten allein im Jahr 2015 auf deutschen Straßen 28.235 Kinder, 84 kamen ums Leben. Zahlen, die sich durch eine frühe Sensibilisierung zumindest verringern lassen. Hier setzt die Aktion „Achtung Auto“ des ADAC an, die Michelin bereits seit 17 Jahren unterstützt. Jetzt haben die beiden Partner ADAC und Michelin die Kooperation um drei weitere Jahre verlängert.

  • Reifenhersteller Continental ist seit Anfang 2017 Partner von bundesweit insgesamt elf ADAC-Fahrsicherheits-Zentren (FSZ).

    Continental und der ADAC e.V. haben im Rahmen ihrer Partnerschaft für mehr Fahrsicherheit den Wettbewerb „Fahrsicherheits-Profi 2017“ gestartet. Auf dem ADAC Fahrsicherheits-Zentrum Hannover-Laatzen können insgesamt 40 Frauen und Männer unter Beweis stellen, dass sie besonders sichere Autofahrer sind. Zum Auftakt der sieben Vorrundenveranstaltungen treten sie in insgesamt fünf theoretischen und praktischen Prüfungen gegeneinander an. Für das Finale, das Anfang September im ADAC Fahrsicherheits-Zentrum Linthe stattfinden wird, qualifizieren sich die sechs Bestplatzierten der Vorrundenwettbewerbe.

  • Der Reifenhersteller Bridgestone ist vom 25. bis 28. Mai 2017 beim 45. ADAC Zurich 24h-Rennen am Nürburgring dabei und stattet das am Rennen teilnehmende Toyota Gazoo Racing-Team zum elften Mal mit Reifen aus.

    Bridgestone ist vom 25. bis 28. Mai 2017 beim 45. ADAC Zurich 24h-Rennen am Nürburgring dabei und stattet das am Rennen teilnehmende Toyota Gazoo Racing-Team zum elften Mal mit Reifen aus. Während des Events ist das Unternehmen auch abseits der Rennstrecke mit einem Promotionstand vor Ort.

  • Hermann Tomczyk wurde erneut zum Sportpräsidenten des ADAC e.V. gewählt. Quelle: ADAC Motorsport.

    Hermann Tomczyk bleibt auch in den kommenden vier Jahren Sportpräsident des ADAC e.V. Die mehr als 200 Delegierten der Hauptversammlung bestätigten den 66-jährigen Rosenheimer mit großer Mehrheit in seinem Amt. Tomczyk, der seit 1997 das Ehrenamt des Sportpräsidenten ausübt, geht damit bereits in seine sechste Amtszeit und soll die sportlichen Geschicke des ADAC bis in das Jahr 2021 lenken.