Audi gewinnt das 24h-Rennen

Dienstag, 29 Mai, 2012 - 13:15
Audi gewinnt das 24h-Rennen.

Die 40. Auflage des ADAC Zurich 24h-Rennen hätte spannender kaum sein können: Bei der Jubiläumsausgabe überschlugen sich die Ereignisse. Mit dem Audi Sport Team Phoenix feierte Michelin den zwölften Gesamtsieg innerhalb der letzten 14 Jahre. Auch Hankook schaffte den Sprung auf das Podest. Während der gesamten Renndistanz tobte an der Spitze ein heftiger Kampf – Nicht weniger als 30 Mal wechselte die Führung.

Für das Phoenix-Team rund um Marc Basseng, Christopher Hasse, Frank Stippler und Markus Winkelhock war der Sieg in der „Grünen Hölle“ von historischer Relevanz. Nach mehreren Anläufen gelang es dem Fahrerquartett, den ersten Gesamtsieg des Audi R8 LMS bei den 24 Stunden in der Eifel einzufahren. Für Marc Basseng war der Knoten damit geplatzt: „Das ist mein vierter Versuch mit Audi und privat für mich der 13. Start beim 24h-Rennen. Unglaublich, ich kann es kaum fassen hier ganz oben zu stehen.“ Einen Doppel-Erfolg für die Marke Michelin verbuchte Mamerow Racing. Christian Mamerow, Christian Abt, Michael Ammermüller und Armin Hahne landeten in ihrem Audi R8 LMS auf Rang zwei. Für das Privatteam war der Podiumsplatz ein beeindruckender Erfolg. „Das ist für unsere gesamte Truppe ein grandioser Tag. Wenn mir bei unserer Anreise am Mittwoch jemand erzählt hätte, das wir heute Zweiter werden – das hätte ich nicht geglaubt“, so Christian Mamerow. 

In der letzten Rennstunde war auch die Heico-Mannschaft auf Podiumskurs unterwegs. Kenneth Heyer, Bernd Schneider, Lance David Arnold und Alexandros Margaritis lagen auf Rang drei, bis ihr Mercedes SLS AMG GT3 nur rund 30 Minuten vor Ablauf der Renndistanz den Dienst quittierte. Ein Schaden an der Antriebswelle legte den Mercedes-Flügeltürer vorzeitig lahm. Die letzten Rennminuten gestalteten sich daraufhin hochdramatisch. Der zweite mit Hankook-Pneus bereifte SLS aus dem Heico-Rennstall lag noch in Schlagdistanz zum Podium und bescherte den Zuschauern einen spannenden Kampf mit dem Wochenspiegel-Porsche. Dieser rollte in letzter Sekunde ohne Sprit aus, womit der Weg für Heico frei war. Christiaan Frankenhout, Andreas Simonsen, Pierre Kaffer und Lance David Arnold bescherten dem Team damit doch noch das Podium und machten das spektakuläre Geschehen an der Spitze perfekt. „Es war eines der härtesten 24h-Rennen mit einer enorm starken Leistungsdichte“, meinte Pierre Kaffer zu der harten Gangart im Starterfeld. Dem konnte sich auch Gesamtsieger Frank Stippler nur anschließen: „Das Rennen hatte Sprintcharakter. In diesem Jahr ging es härter zur Sache denn je.“ 

Beim Kampf um die Führung hatten auch die mit Dunlop-Reifen ausgestatteten Teams ein Wörtchen mitzureden. Allen voran waren es das BMW Team Schubert sowie die Truppe von Rowe Racing, die die Fahne des Reifenherstellers aus Hanau hochhielten. Erstmals auftrumpfen konnte Uwe Alzen im Schubert-BMW Z4 GT3, als er im Qualifying die Pole Position einfuhr. Mit einer Zeit von 8:18.382 Minuten stellte Alzen dabei zudem einen neuen Streckenrekord auf. Der BMW-Pilot war dementsprechend glücklich: „Das Auto war super, der Dunlop-Reifen war perfekt und ich habe alles gegeben.“ Auch im Rennen setzte der Schubert-Z4, der außerdem von Dirk Adorf, Dirk Müller und Jörg Müller gesteuert wurde, seinen Aufwärtstrend fort. Schon aus der ersten Runde kehrte das Fahrzeug mit einem beachtlichen Vorsprung von über neun Sekunden zurück. Startfahrer Jörg Müller resümierte: „Von vorne herein konnte ich den richtigen Druck aufbauen, sodass der Reifen vom Start weg da war und guten Grip bot. Dabei kam mir auch die gute Fahrzeugbalance zu Gute.“ Ein unplanmäßiger Wechsel der Antriebswelle warf das BMW Team Schubert allerdings aus dem Schlagabtausch an der Spitze, schließlich reichte es noch zu Rang sieben.
Gut sah es für den Rowe-SLS aus, der ebenso auf Dunlop unterwegs war. In der Nacht hatten sich Jan Seyffarth, Klaus Graf, Thomas Jäger und Alexander Roloff kontinuierlich vor gekämpft, ehe dann am Morgen der perfekte Schachzug gelang. Bei starkem Regen konnte Klaus Graf am frühen Sonntag die Führung übernehmen. „Wir haben von Dunlop neue Regenreifen bekommen, die bestens funktioniert haben“, erklärte Graf daraufhin. Während der Rowe-SLS insgesamt 21 Rennrunden an der Spitze lag, folgte am Sonntagmittag der bittere Rückschlag: Ein technischer Defekt warf das Fahrzeug aus dem Rennen. 

Glücklos verlief der Einsatz des Falken-Porsche von Sebastian Asch, Martin Ragginger, Peter Dumbreck und Wolf Henzler. Die Mannschaft vom Team Falken Tire ging von Startplatz 40 ins Rennen und nutzte die ersten Stunden, um sich mit dem Porsche 911 GT3 R wacker durch das Feld zu kämpfen. Bis auf Rang zwölf hatte sich die Truppe vorgekämpft, ehe in der Nacht auch das Falken-Team der harten Materialschlacht zum Opfer fiel. Gegen 2.30 Uhr verlor Sebastian Asch bei einem Platzregen die Kontrolle über den Falken-Porsche. „Zunächst haben wir noch gehofft, das Auto in der Box reparieren zu können. Die Schäden an der Karosserie und an der Radaufhängung waren aber leider zu gravierend“, sagte Martin Ragginger enttäuscht. Bis zum Zeitpunkt des Ausfalls war der Österreicher positiv angetan: „Im Vergleich zum Vorjahr hat das Team einen großen Sprung nach vorne gemacht und den Porsche weiter entwickelt. Wir hoffen, dass wir im nächsten Jahr mehr Glück haben, um unser Potenzial in ein entsprechendes Resultat umzuwandeln.“
Nichtsdestotrotz heizte Falken Tyre Europe den Fans im Vorfeld des Rennens kräftig ein. Die Falken Drift Show in der Müllenbach-Schleife bot am Freitagabend eine eindrucksvolle Kulisse und sorgte für mächtig Gummi auf dem Asphalt. Zahlreiche Drift-Fahrzeuge zeigten sich auf der Strecke und sorgten für eine tolle Stimmung vor gefüllten Zuschauerrängen. Das Event hat fast schon Tradition im 24h-Rahmenprogramm und erfreut sich von Jahr zu Jahr an großer Beliebtheit. Dass Motorsport unter die Haut geht, konnte man auf der Falken-Tyres-Präsentationsfläche im Nürburgring-Boulevard erleben. Dort konnte man sich kostenlos die Nordschleifen-Silhouette eintätowieren lassen.

Quelle: 

markus plützer

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