Continental treibt Umbau voran

Donnerstag, 14 März, 2019 - 15:00
Nikolai Setzer ist Diplom-Wirtschaftsingenieur und arbeitet seit 1997 für Continental - sein Einflussbereich wächst weiter. (Bildquelle Continental)

Der Aufsichtsrat der Continental AG hat in seiner heutigen Sitzung mit wichtigen Personalentscheidungen auf Vorstandsebene die nächste Stufe einer der größten organisatorischen Umbauten in der Geschichte des Technologieunternehmens gebilligt. Das neu etablierte Automotive Board ist laut den Verantwortlichen Ausdruck der mit der weltweiten Neuaufstellung angestrebten, verstärkten Dezentralisierung von Verantwortung.

Entschieden wurde, dass Vorstandsmitglied Nikolai Setzer (47), bisher zuständig für die Division Reifen und den Einkauf Konzern, ab 1. April 2019 in die Automotive Group von Continental wechseln. Dort übernimmt er die neue Position „Sprecher des Automotive Boards“ und wird laut Unternehmensangaben für die einheitliche Ausrichtung der Geschäftspolitik in diesem Bereich verantwortlich sein. Zu seinen Zuständigkeiten wird eine Reihe von weltweit tätigen Automotive-Zentralfunktionen zählen, darunter Einkauf, Key Account Management, Supply Chain Management und Automotive Manufacturing. Darüber hinaus wird sein Team ab 1. Januar 2020 durch den Chief Technology Officer (CTO) Automotive ergänzt, unter dessen Leitung Continental einen Teil ihrer Automotive-Entwicklung bündeln wird.

Der Aufsichtsrat hat die Bestellung von Nikolai Setzer zum Vorstandsmitglied aus Anlass seines Aufgabenwechsels vorzeitig um fünf Jahre bis Ende März 2024 verlängert. Seine Nachfolge als Leiter der Reifen-Division und des Einkaufs Konzern übernimmt ebenfalls am 1. April 2019 als neues Vorstandsmitglied Christian Kötz (48), Leiter des Geschäftsbereichs Nutzfahrzeugreifen. Die Laufzeit seines Mandats beträgt drei Jahre bis Ende März 2022. Gleichzeitig hat der Aufsichtsrat aufgrund der Veränderungen im Automotive-Bereich die Mandate der Vorstandsmitglieder Frank Jourdan (58) und Helmut Matschi (55) vorzeitig bis Ende März 2024 verlängert. Das Ende Dezember dieses Jahres auslaufende Mandat von Finanzvorstand Wolfgang Schäfer (59), neben Finanzen zuständig für Controlling, Compliance, Recht und IT, hat er ebenfalls um fünf Jahre bis Ende 2024 verlängert. Die Mandate der übrigen Vorstandsmitglieder standen nicht zur Verlängerung an.

„Mit unseren heutigen Personalentscheidungen auf Vorstandsebene unterstützen wir die derzeitige Neuaufstellung der Organisation. Zugleich sichern wir ihr dafür in der Unternehmensleitung erfolgskritische Erfahrung und Kontinuität. Mit Herrn Setzer haben wir unser Automotive-Management um einen ausgewiesen erfolgreichen, strategischen Experten mit weltweiter Erfahrung in der Automobilindustrie vervollständigt. Im Namen meiner Kolleginnen und Kollegen im Aufsichtsrat danke ich allen Vorstandsmitgliedern für ihre bisherige, erfolgreiche Arbeit. Wir freuen uns darüber, mit diesem erstklassigen Team unseren Erfolgskurs fortzusetzen. Wir wünschen allen Vorständen und besonders dem neuen Teammitglied Christian Kötz viel Erfolg bei der Bewältigung ihrer aktuellen und künftigen Herausforderungen“, kommentiert der Vorsitzende des Aufsichtsrats Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Reitzle.

Das neu etablierte Automotive Board soll ab 1. April 2019 den Konzernvorstand entlasten und obendrein maßgeblich den laufenden Transformationsprozess im Automotive-Bereich gestalten. Zu den Mitgliedern dieses Boards zählen neben dem Sprecher Nikolai Setzer die beiden Vorstandsmitglieder Frank Jourdan, zuständig für die Division Chassis & Safety, und Helmut Matschi, zuständig für die Division Interior, Dr. Dirk Abendroth (43), Chief Technology Officer Automotive, sowie die noch zu benennenden Leiter für Finance and Controlling Automotive und Human Relations Automotive. Zu den Aufgaben des neuen Gremiums gehören das Abkürzen von Entscheidungswegen und das Erzielen von Synergieeffekten aus dem stärkeren Zusammenwachsen der beiden Divisionen Chassis & Safety und Interior. Darüber hinaus soll es mit seinen Entscheidungen dazu beitragen, das Wachstumspotenzial auf wichtigen Geschäftsfeldern der Zukunft voll zu erschließen. Dazu zählen das autonome Fahren, die Vernetzung der Systeme im Fahrzeug und der Mobilitätssysteme sowie das Informationsmanagement. „Mit diesen jüngsten Entscheidungen konkretisieren wir unseren neuen, organisatorischen Rahmen an entscheidenden Stellen. Er fördert unsere seit Jahren entfaltete Netzwerkkultur. Wesentliche Ziele sind dabei verstärkte Selbstorganisation, schnellere Entscheidungen und höchste Agilität“, sagt der Vorstandsvorsitzende Dr. Elmar Degenhart.

In seiner Sitzung am 26. Juli 2018 hatte der Aufsichtsrat der Continental AG den Plänen des Continental-Vorstands und der Bildung einer neuen Holding-Struktur der Continental AG unter der neuen Dachmarke „Continental Group“ zugestimmt. Sie wird von drei geschäftlichen Säulen mit der Bezeichnung „Unternehmensbereiche“ getragen. Dazu zählen „Rubber Technologies“, „Powertrain Technologies “ und „Automotive Technologies“. Die Berichtsstruktur und die neuen Bezeichnungen sollen ab 2020 angewendet werden. Die Unternehmensbereiche werden nach und nach aufgebaut und angepasst. Zum Unternehmensbereich Rubber zählen nach wie vor die beiden Divisionen Reifen und ContiTech. Die Verselbstständigung der heutigen Division Powertrain ist bereits Anfang 2019 planmäßig erfolgt. Ihr möglicher Teilbörsengang unter dem künftigen Namen Vitesco Technologies befindet sich derzeit in Vorbereitung. Darüber hinaus werden bis Anfang 2020 die bisherigen Divisionen Chassis & Safety und Interior neu formiert. Aus ihnen werden zwei Geschäftsfelder hervorgehen. Ihre neuen Bezeichnungen lauten dann „Autonomous Mobility and Safety“ und „Vehicle Networking and Information“. Ihre Geschäftsverläufe werden ab dem Geschäftsjahr 2020 im künftigen Unternehmensbereich „Automotive Technologies“ berichtet. Unterstützt werden beide durch eine neu geschaffene, zentrale Forschung und Entwicklung Automotive.

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