Fünf Jahre bis zur Serienreife des Löwenzahnreifens

Dienstag, 26 Juni, 2018 - 15:45
Ziel der Forschung ist es, aus der Wurzel des Russischen Löwenzahns natürlichen Kautschuk für zahlreiche Gummianwendungen zu gewinnen.

Continental hat gemeinsam mit dem Münsteraner Professor Dr. Dirk Prüfer den Transferpreis der Universität Münster für das Forschungsprojekt Taraxagum erhalten. Aus der Wurzel des Russischen Löwenzahns soll natürlicher Kautschuk für zahlreiche Gummianwendungen gewonnen werden. Continental schätzt die Entwicklungszeit bis zur Serienreife des Löwenzahnreifens auf noch mindestens fünf Jahre.

Ausgezeichnet wurde der erfolgreiche Know-how-Transfer aus der Biotechnologie-Forschung in die wirtschaftliche Anwendung. Mit Hilfe einer in Münster entwickelten Biotechnologie verkürzen die Wissenschaftler eigenen Angaben zufolge die Zeitspanne, die benötigt wird, um eine ertragreiche und damit industriell nutzbare Löwenzahnpflanze zu züchten. Der Transferpreis der Universität Münster ist mit 10.000 EUR dotiert. Das Preisgeld wird für die Arbeit des Botanischen Gartens der Universität Münster gespendet, wo die Aufzucht der ersten Löwenzahnpflanzen für die Forschung am Löwenzahnkautschuk begann. Noch in diesem Jahr plant das Technologieunternehmen die Eröffnung eines eigenen Taraxagum-Forschungslabors in Anklam, Mecklenburg-Vorpommern.

Lokal gewonnener Kautschuk wird laut den Conti-Verantwortlichen lange Transportwege und so Kohlendioxidemissionen einsparen. Continental erwartet frühestens in fünf Jahren die Serienreife des Löwenzahnreifens. Der Milchsaft des russischen Löwenzahns enthält hochmolekularen Kautschuk, also lange Ketten aus Kautschuk-Molekülen, die für viele Gummiprodukte ein wichtiger Rohstoff sind. Versuche, diesen Rohstoff zu nutzen, waren in der Vergangenheit jedoch wenig erfolgreich. Der Reifenhersteller Continental stellte nun aber bereits Prototypen von Lkw und Pkw-Reifen aus Löwenzahnkautschuk her. Derzeit investiert Continental 35 Millionen Euro in ein Forschungslabor für Löwenzahnkautschuk in Mecklenburg-Vorpommern, unterstützt vom dortigen Wirtschaftsministerium.

Lesen Sie mehr in der September-Ausgabe.

Quelle: 

kle

Rubrik: 

Themen, die Sie interessieren könnten

  • Seit der Gründung von CEAT 1924 in Italien hat sich in dem Unternehmen einiges getan. Bildquelle: CEAT.

    Das Unternehmen CEAT feiert in diesem Jahr den 95. Jahrestag seiner Gründung. 1924 von Virginio Bruni Tedeschi in Turin als Cavi Elettrici e Affini Torino (Turiner Elektrokabel und verwandte Erzeugnisse) ins Leben gerufen, kann CEAT mittlerweile auf eine lange Geschichte als Reifenproduzent zurückblicken.

  • Auch optisch unterscheiden sich der historische Audi RS2 und der RS4 der aktuellsten Generation. Bildquelle: ABT.

    Vor einem Vierteljahrhundert produzierte Audi das erste RS-Modell. Mit seinen für die damalige Zeit unglaublichen 315 PS war der Avant RS2 natürlich auch für ABT Sportsline interessant. Mittels einer Edelstahlabgasanlage, modifizierten Ladern und verstellbarer Nockenwelle wurde die Leistung des RS2 auf 360 PS gesteigert.

  • Die Van den Ban Group blickt auf zehn Jahre mit der Budgetmarke Hifly zurück. Bildquelle: Van den Ban Group.

    Der internationale Reifenhändler Van den Ban Group (VDB) hat auf die gestiegene Nachfrage nach Budgetreifen reagiert und die Budgetmarke Hifly in ihr Sortiment aufgenommen. Inzwischen erfreut sich die vor zehn Jahren eingeführte Marke einer regen Nachfrage im (inter-)nationalen Markt.

  • Am häufigsten werden bei der HU von Oldtimern Mängel in den Baugruppen „Fahrgestell, Rahmen, Aufbau“ festgestellt. Grafik: Kröner/ GTÜ.

    Die Zahl der zugelassenen Oldtimer nimmt von Jahr zu Jahr zu. Derzeit sind knapp 480.000 Fahrzeuge mit H-Kennzeichen unterwegs. Im Vergleich zum Vorjahr ist dies eine Steigerung von 11 Prozent. Das H-Kennzeichen ziert nur solche Fahrzeuge, die mindestens 30 Jahre alt sind und nach einer amtlichen Prüfung (§ 23 StVZO) als „kraftfahrzeugtechnisches Kulturgut“ anerkannt wurden. Insgesamt sind rund 700.000 Fahrzeuge, die über 30 Jahren alt sind, mit und ohne H-Kennzeichen auf der Straße.