BRV fordert mehr Sachlichkeit in punkto Ganzjahresreifen

Donnerstag, 30 November, 2017 - 13:30
Der BRV hat sich zum Thema Ganzjahresreifen geäußert und betont, dass auch in Deutschland Winterreifen gebraucht werden.

Das Thema Ganzjahresreifen beschäftigt seit längerem die Branche. Kürzlich veröffentlichte AutoBild einen Ganzjahresreifentest, der für Diskussion sorgte. Hinzu kam, dass fast zeitgleich der Michelin-Chef Jean-Dominique Senard in einem Interview der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ den Ratschlag gab: „Ich empfehle ihnen, einen Allwetterreifen zu kaufen“, und dass obwohl der Hersteller seinen CrossClimate stets betont als „Sommerreifen mit Wintereigenschaften“ bezeichnete und den Begriff „Ganzjahresreifen“ in Zusammenhang mit seinem Produkt mied.

Seinen Worten zufolge könnte man meinen, „die meisten Fahrer in Deutschland“ bräuchten keinen Winterreifen. Viele Autofahrer dürften diese Aussagen eines Reifenspezialisten, der dazu einen vielfach in Vergleichstests bestens bewerteten Ganzjahresreifen im Produktportfolio hat, als weitere wertvolle Entscheidungshilfe für den Reifenkauf ansehen, sagt der Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk (BRV) und warnt vor diesem Schluss.

„Vorweg sollte festgehalten werden, dass der BRV kein Gegner der Ganzjahresreifen ist. Aber im Gegensatz zur Darstellung von Michelin brauchen wir in Deutschland sehr wohl Winterreifen“, so Yorick M. Lowin, Geschäftsführer des in Bonn ansässigen Reifenfachverbandes. Der BRV empfiehlt Ganzjahresreifen eher für Klein- und Kompaktwagen mit relativ geringer Motorleistung und niedrigen Kilometerlaufleistungen im Jahr, die zudem vornehmlich in Ballungsgebieten und Großstädten bewegt werden. Außerhalb dieses Anwendungsspektrums sollte aus Sicherheitsgründen weiterhin die Devise „Sommerreifen im Sommer, Winterreifen im Winter“ gelten.

„Als Branchenverband haben wir eine Verpflichtung, auch den Endverbraucher objektiv aufzuklären. Und hier fordern wir eindeutige objektive Untersuchungen über die Sicherheit von Reifen“, so Lowin weiter und erläutert, warum eine Vielzahl von Reifentests zu Ganzjahresreifen aus Verbandssicht zur objektiven Bewertung und zum objektiven Vergleich nicht geeignet seien: „Sofern die mitgetesteten Referenzreifen aus der Reihe der Sommer-/Winterspezialisten benannt sind, handelt es sich um ein vom getesteten Ganzjahresreifen abweichendes Fabrikat. Teilweise werden sogar Fabrikate von unterschiedlichem Niveau (Premium-, Quality- oder Budgetsegment) herangezogen. Eine Aussage zur Sicherheit lässt sich aus diesen Tests somit nicht ableiten. Damit die objektive Performance des Allrounders im Vergleich zu den spezialisierten Premiumprodukten getestet werden kann, wäre der Test eines Sommer-, Winter- und Ganzjahresreifens eines Fabrikats erstrebenswert.“

„Insgesamt lässt sich festhalten, dass der aktuelle Trend zu Ganzjahresreifen nicht zukunftsweisend ist“, so Yorick Lowin. Weder in Sachen Sicherheit, noch aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten seien sie aktuell den fabrikatgleichen Spezialisten überlegen.

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akl

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