Continental: Division Reifen wächst schneller als der Markt

Dienstag, 8 Mai, 2018 - 15:15
Dr. Elmar Degenhart will die Wachstumsdynamik fortsetzen.

Continental hat zum Jahresstart in einem verhaltenen Marktumfeld seine Wachstumsstärke unter Beweis gestellt. Für Gegenwind sorgten in den ersten drei Monaten insbesondere Wechselkurseinflüsse. Trotz dieser negativen Effekte in Höhe von 546 Millionen Euro lag der Umsatz mit 11,0 Milliarden Euro auf Höhe des vergleichbaren Zeitraums des Vorjahres.

„Dank unserer operativen Stärke sind wir auch im ersten Quartal weltweit stark gewachsen – und zwar deutlich schneller als die für uns relevanten Märkte. Diese haben sich im selben Zeitraum rückläufig entwickelt. Unsere Wachstumsdynamik werden wir fortsetzen und peilen unverändert einen Umsatz von rund 47 Milliarden Euro vor Wechselkurseinflüssen an. Die bereinigte EBIT-Marge soll mehr als 10 Prozent betragen“, so der Vorstandsvorsitzende von Continental, Dr. Elmar Degenhart, bei der Vorlage der Geschäftszahlen für das erste Quartal 2018. Angesprochen auf das starke Wachstum, erklärte Degenhart: „Continental verfügt über ein wegweisendes Technologieportfolio. Als einer der wenigen Systemlieferanten bieten wir alle für die Mobilität der Zukunft relevanten Technologien an. Damit ermöglichen wir Menschen und ihren Gütern heute und in der Zukunft noch sicherere, sauberere und effizientere Mobilität.“ Insbesondere der Auftragseingang in der Automotive Group sei ein Ausdruck der Wertschätzung ihrer Kunden für die Technologien, die Continental entwickle. Mit 11 Milliarden Euro im ersten Quartal befinde er sich auf Rekordniveau.

Das bereinigte operative Ergebnis liegt nach den ersten drei Monaten mit 1,1 Milliarden Euro unter dem vergleichbaren Vorjahreswert. Grund hierfür sind ebenso Belastungen aus Wechselkurseinflüssen, wie auch negative Effekte aus Bestandsbewertungen in Höhe von insgesamt 100 Millionen Euro. In Summe rechnet das Unternehmen in diesem Zusammenhang mit ergebniswirksamen Belastungen in Höhe von rund 150 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2018, die sich, wie bereits am 18. April per Pflichtmitteilung berichtet, auf Jahressicht nicht mehr ausgleichen lassen. Der Umsatz des internationalen Automobilzulieferers, Reifenherstellers und Industriepartners stieg im Vergleich zum Vorjahresquartal um 0,1 Prozent auf 11,0 Milliarden Euro. Bereinigt um Konsolidierungskreis- und Wechselkursveränderungen belief sich das Umsatzwachstum auf 4,3 Prozent. Das Konzernergebnis, das den Anteilseignern zugerechnet wird, befindet sich mit 738 Millionen Euro nahezu auf Niveau des Vorjahres (750 Millionen Euro). Das Ergebnis pro Aktie lag bei 3,69 Euro (Vj. 3,75 Euro). Das bereinigte operative Ergebnis (EBIT) fiel im Vergleich zum Stichtag des Vorjahres um 9 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro. Das entspricht einer bereinigten EBIT-Marge von 9,7 Prozent nach 10,6 Prozent im ersten Quartal des Vorjahres.

Die Automotive Group konnte Ihren Umsatz im abgelaufenen Quartal organisch um 5,5 Prozent steigern. Der Umsatz belief sich auf 6,8 Milliarden Euro. Die Rubber Group setzte in den ersten drei Monaten 4,2 Milliarden Euro um (Vj. 4,3 Milliarden Euro). Die Divisionen Reifen und ContiTech verzeichneten Umsätze annähernd auf Höhe des Vorjahres. Bereinigt um Wechselkurs- und Konsolidierungskreiseffekte lag das Wachstum bei 2,3 Prozent. Die Division Reifen konnte laut Finanzvorstand Wolfgang Schäfer in einem international leicht rückläufigen Marktumfeld 2 Prozentpunkte schneller als der Markt wachsen. Continental hat im vergangen Quartal seine Nettofinanzschulden weiter reduziert. Zum 31. März belief sich die Nettoverschuldung auf unter 2 Milliarden Euro, u.a. deswegen, weil die Dividende über 900 Mio Euro erst im zweiten Quartal abfließt. Die Gearing Ratio, die den Verschuldungsgrad anzeigt, sank von 12,6 Prozent zu Ende Dezember 2017 auf 11,7 Prozent zum Berichtstag. Das Liquiditätspolster, über das Continental verfügt, hat zum Ende des ersten Quartals 5,9 Milliarden Euro betragen.

Schäfer unterstrich mit Hinblick auf die Investitionen: „Wir investieren stark in unser weltweites Wachstum und in wegweisende Technologien. Das macht sich in unserem Aufwand für Investitionen sowie Forschung und Entwicklung in Höhe von mehr als 1,3 Milliarden Euro bemerkbar.“ In den ersten drei Monaten investierte Continental 459 Millionen Euro in Sachanlagen und Software. Damit belief sich die Investitionsquote auf 4,2 Prozent (Vj. 4,6 Prozent). Für Forschung und Entwicklung wendete das Technologieunternehmen netto 848 Millionen Euro auf. Dies entspricht einer Quote von 7,7 Prozent bezogen auf den Unternehmensumsatz. Im vergleichbaren Vorjahreszeitraum waren es 7,1 Prozent. Für diese Entwicklung sei der Haupttreiber die schnell voranschreitende Digitalisierung, erklärte Schäfer.

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