EU-Reifenlabel: Beanstandungsquote von 36,8 Prozent?

Dienstag, 13 Juni, 2017 - 13:45
Ein Schwachpunkt des EU Reifenlabels ist bereits seit langer Zeit deutlich: Die Angaben auf den Zertifikaten beruhen auf Messungen der Reifenhersteller.

Welche Wirkung hat das EU-Reifenlabel auf die Konsumenten in Europa? Ein Zwischenbericht der EU-Kommission soll im Jahresverlauf Auskunft hierüber geben. Im Auftrag der EU hat das Beratungsinstitut Viegand & Maagøe A/S eine Studie durchgeführt, deren Ergebnisse in den Zwischenbericht einfließen werden.

Laut der Pilot:Projekt GmbH stellt die Studie fest, dass die Reifenhersteller das Zertifikat als verkaufsrelevan­ten Faktor begriffen haben. Die Qualität der Produkte in den Kategorien Energie-Effizienz und Nassgriff habe sich durch zusätzliche Investitionen deutlich verbessert. Die Hannoveraner Agentur listet zudem auf, dass durch das Fahren von Reifen mit geringerem Rollwiderstand in der EU im Jahr 2030 rund 7,8 Millionen Tonnen CO2 weniger ausgestoßen würden als 2012. Die Studie von Viegand & Maagøe A/S will auch errechnet haben, dass der kontinuierlich steigende Einsatz von Reifen mit der Note A beim Nassgriff die Zahl der Verkehrstoten in der EU jährlich um 2.567 Personen sinken lasse. Nach Angabe der Pilot:Projekt GmbH dokumentiert allein die Marktüberwachung des Landesamtes im vergangenen Jahr in Rheinland-Pfalz eine Vielzahl an Beanstandungen. Es hätten Mitarbeiter 699 Betriebe kontrolliert, die Pkw-Reifen verkaufen. Bei 28 Prozent der Be­triebe seien Mängel wie fehlende oder fehlerhafte Informationen zu den Reifen­label-Parametern auf der Rechnung festgestellt worden. Bei 63 von 2.552 ausgestellten Reifen habe die Kennzeichnung mit dem Effizienzlabel gefehlt. Im Zuge der Marktüberwachung wurden auch die Labelwerte von 19 Reifentypen durch akkreditierte Laboratorien ermittelt. Final wurden offenbar an sieben Reifen Abweichungen in mindestens einem Parameter von den angegebenen Werten festgestellt. Sollten sich die Messeergebnisse durch die Nachprüfung bestätigen, entspräche dies einer Beanstandungsquote von 36,8 Prozent.

Lesen Sie Details in der Print-Ausgabe.

Quelle: 

kle

Rubrik: 

Themen, die Sie interessieren könnten

  • Yokohama konnte im ersten Halbjahr 2017 den Umsatz erhöhen.

    Die Yokohama Rubber Co., Ltd., gab ihre Geschäfts- und Finanzergebnisse für das erste Halbjahr (Januar bis Juni) des Geschäftsjahres 2017 bekannt. Nach Angaben des Unternehmens stieg im Vergleichzum Vorjahreszeitraum das operative Ergebnis um 16,8 Prozent auf 18,4 Milliarden Yen (etwas mehr als 140 Millionen Euro). Der Nettoumsatz stieg um 15,9 Prozent auf 310,8 Milliarden Yen (rund 2,41 Milliarden Euro).

  • Die Nokian Geschäftszahlen April bis Juni und Januar bis Juni 2016 und 2017 im Vergleich.

    Nokian Tyres plc hat seinen Finanzreport für den Zeitraum Januar bis Juni 2017 veröffentlicht. Der finnische Reifenhersteller konnte den Nettoumsatz um 17,2 Prozent auf 718,9 Millionen Euro (613,3 in 1-6 / 2016) steigern. Wechselkursänderungen sollen den Nettoumsatz positiv um 32,2 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahreszeitraum beeinflusst haben.

  • Hankook Tire veröffentlicht das Finanzergebnis für das zweite Quartal 2017.

    Hankook veröffentlichte die Finanzergebnisse für das zweite Quartal 2017. Das Unternehmen erzielte eigenen Angaben zufolge im Berichtszeitraum einen globalen Umsatz von 1,667 Billionen KRW (umgerechnet etwa 1,341 Milliarden Euro) und ein operatives Ergebnis von 203,7 Milliarden KRW (etwa 164 Millionen Euro).

  • Laut Dataforce setzt der Transportermarkt seinen Expansionskurs mit einem Wachstum von 9,0 Prozent im ersten Halbjahr fort.

    Laut Dataforce setzt der Transportermarkt seinen Expansionskurs mit einem Wachstum von 9,0 Prozent im ersten Halbjahr fort. Neben den Pkw-Neuzulassungen ermittelt Dataforce seit 2001 ebenfalls die Neuzulassungen des Transportermarkts. Dieser besteht aus den Neuzulassungen leichter Nutzfahrzeuge sowie den typischen Transportermodellen wie VW Caddy, Citroën Berlingo oder Fiat Ducato, die als Pkw zugelassen werden.