Kautschukindustrie sieht sich mit anziehendem Rohstoffmarkt konfrontiert

Dienstag, 31 Januar, 2017 - 15:15
Kurssprünge von täglich mehreren Cent haben allein im Januar die Naturkautschuknotierungen um über 20 Prozent in die Höhe getrieben.

„Mit unverändert hoher Dynamik setzten die Naturkautschuknotierungen ihren Aufwärtstrend an den asiatischen Börsen auch im neuen Jahr fort“, sagt Helmut Hirsch, im Wirtschaftsverband der deutschen Kautschukindustrie e. V. (wdk) zuständig für Rohstofffragen. „Mit einer vergleichbar herausfordernden Situation habe sich die Branche schon einmal vor gut acht Jahren konfrontiert gesehen. Den steilen Anstieg beim Naturkautschuk bewertet Hirsch als beunruhigend.

„Die mit Beginn des vierten Quartals 2016 einsetzende Rally der Naturkautschuknotierungen findet in den ersten Wochen des neuen Jahres eine ungebremste Fortsetzung“, führt Helmut Hirsch aus. Die leichte Erholung des Eurokurses mildere den Anstieg nur geringfügig. „Innerhalb eines Jahres notiert Naturkautschuk inzwischen doppelt so hoch und hat die Marke von 2 Euro pro Kilogramm bereits deutlich überschritten. Die Preisdynamik ist ungebrochen. Kurssprünge von täglich mehreren Cent haben allein im Januar die Naturkautschuknotierungen um über 20 Prozent in die Höhe getrieben. Wir stehen unmittelbar vor dem Wintering, der Zeit, in der aufgrund der saisonalen Witterungsbedingungen in Südostasien die Naturkautschukproduktion stark eingeschränkt ist. Eine Entspannung der Preissituation ist daher nach aller Erfahrung eher nicht zu erwarten. Zeitgleich verteuern sich die petrochemischen Grundstoffe, was sich bei den Synthesekautschuken, insbesondere bei Styrol-Butadien-Kautschuk (SBR), auswirkt. Wie bereits in den zurückliegenden Monaten setzt sich auch bei Industrieruß der stetige Anstieg fort“, blickt Hirsch voraus. Die deutsche Kautschukindustrie sieht sich laut Hirsch mit einem in den wesentlichen Segmenten anziehenden Rohstoffmarkt konfrontiert.

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