Mengenstagnation im Reifengeschäft

Dienstag, 19 September, 2017 - 09:15
Die Deutsche Kautschukindustrie verzeichnet 3,5 Prozent mehr Umsatz zur Jahresmitte 2017.

Die deutsche Kautschukindustrie hat zur Jahresmitte laut dem Wirtschaftsverband der deutschen Kautschukindustrie e.V. (wdk) einen Umsatzanstieg von 3,5 Prozent verbucht. Im ersten Halbjahr 2017 kletterte der Branchenumsatz auf sechs Milliarden Euro. Das Mengengeschäft der Reifenhersteller allerdings tritt nach wdk-Angaben auf der Stelle.

Die Lieferungen der Reifenhersteller an die Autobauer lagen in ihrem Volumen unter dem Vorjahr. Auch im Ersatzgeschäft konnte ein kräftiger Anstieg der Nachfrage nach Ganzjahresreifen eine Mengenstagnation in Summe nicht verhindern. Nominal lag das Umsatzwachstum der Reifenhersteller zur Jahresmitte bei 2,2 Prozent.

Zum Wachstum der Deutschen Kautschukindustrie insgesamt trugen laut dem Wirtschaftsverband eine "erfreuliche Auslandsnachfrage und gestiegene Rohstoffpreise" bei. Ein weiterer stimulierender Faktor sei das inländische Geschäft in den nachfragestarken Monaten März und Mai. Im Bereich der Technischen Elastomer-Erzeugnisse (TEE) waren nach wdk-Informationen Änderungen bei den Abnehmerindustrien zu beobachten: Sorgte 2016 noch die inländische Automobilindustrie für eine hohe Nachfrage nach TEE, so expandierten im bisherigen Jahresverlauf andere Verarbeiterbranchen, namentlich Maschinenbau, Elektroindustrie und Bauwirtschaft. Während die Auslandsfertigung der deutschen Fahrzeugbauer zunahm, lag deren inländische Fertigung unter dem Vorjahr. Die gute Entwicklung bei TEE im non-automotive Geschäft habe positive Auswirkungen auf Produktion, Kapazitätsauslastung und Arbeitsplätze. Die Unternehmen der deutschen Kautschukindustrie produzierten laut wdk mit 410.000 Tonnen TEE 3,8 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum. Die Kapazitätsauslastung stieg um 5,7 Prozentpunkte auf 89,6 Prozent. Zudem legte die Zahl der Beschäftigten leicht um 0,2 Prozent auf knapp 50.700 zu.

Der Chef-Volkswirt des wdk, Michael Berthel, wertete die Zahlen als einen klaren Beleg für das hohe, weltweite Interesse an deutschen Kautschukprodukten. Durch den anziehenden Welthandel profitiere auch das Exportgeschäft der Branche. Die Reifenhersteller hofften nun auf eine gute Winterreifensaison und der non-automotive TEE-Sektor auf eine Fortsetzung der stabilen Industriekonjunktur. Berthels Ausblick ist daher grundsätzlich positiv: „Angesichts der aktuellen Marktlage ist ein Umsatzplus von fünf Prozent für das Gesamtjahr weiterhin möglich. Bei den Mengenabsätzen ist allerdings eher mit einer Stagnation zu rechnen, sowohl im Reifen-Sektor als in Summe bei den Technischen Elastomer-Erzeugnissen.

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