Reifensektor erlebt Umsatzrückgang von 4,7 Prozent

Freitag, 10 März, 2017 - 11:30
In einem schwierigen Marktumfeld sank der Branchenumsatz der deutschen Kautschukindustrie um 3,6 Prozent.

Der Branchenumsatz der deutschen Kautschukindustrie sank im Jahr 2016 um 3,6 Prozent auf rund 11,3 Milliarden Euro. Ursächlich hierfür waren nach Angaben des Wirtschaftsverbands der deutschen Kautschukindustrie (wdk) die Rohstoffpreise, die 2016 je nach Material zwischen 3 und 20 Prozent unter dem Vorjahresniveau lagen. Dies führte zu einer Anpassung der Verkaufspreise, die sich wiederum beim Umsatz bemerkbar machte.

Betrachtet man die beiden großen Produktionsbereiche der deutschen Kautschukindustrie – Reifen und Technische Elastomer-Erzeugnisse (TEE) – einzeln, so wies der Reifensektor einen spürbaren Umsatzrückgang von 4,7 Prozent auf knapp fünf Milliarden Euro auf. Die Unternehmen verzeichneten im Ersatzgeschäft nur eine leichte Mengenausweitung und bei der Erstausrüstung moderate Zuwächse. Im Inland gab der Umsatz um 5,6 Prozent auf knapp vier Milliarden Euro nach, während das Auslandgeschäft ein Minus von 0,9 Prozent und einen Umsatz von knapp einer Milliarde Euro aufwies. „Die Unternehmen leiden vor allem unter hohen und immer weiter steigenden Energiepreisen, die sie im internationalen Wettbewerb benachteiligen. Wir haben immer davor gewarnt, dass  die Umlagefinanzierung der Energiewende die Leistungsfähigkeit der mittelständischen deutschen Kautschukindustrie beeinträchtigt. Die aktuellen Zahlen belegen, dass diese Befürchtung berechtigt ist. Deshalb muss der Gesetzgeber hier dringend entgegensteuern und die EEG-Umlage durch eine Haushaltsfinanzierung ersetzen“, so wdk-Hauptgeschäftsführer Boris Engelhardt. Der Produktionsrückgang wirkte sich auch negativ auf die Entwicklung der Investitionen und der Beschäftigung aus. Die Zahl der Beschäftigten nahm 2016 um 0,7 Prozent ab und fiel knapp unter 75.000. Die Investitionen im Inland verringerten sich um 1,4 Prozent auf knapp 400 Millionen Euro, während die Auslandsinvestitionen deutlich um 5,7 Prozent auf fast eine halbe Milliarde Euro zulegten. Für das laufende Jahr erwartet der Chef-Volkswirt des wdk, Michael Berthel, ein Umsatzplus: „Die zuletzt stark steigenden Rohstoffpreise werden sich spürbar beim Umsatz bemerkbar machen. Ein Plus des Geschäftsvolumens von fünf Prozent ist angesichts der aktuellen Marktlage durchaus vorstellbar.“ Bei den Mengenabsätzen sei gegenwärtig hingegen eher eine Stagnation zu erwarten, sowohl im Reifen-Sektor als auch im gesamten TEE-Bereich.

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