wdk: Umsatz im Reifengeschäft sinkt um 5,7 Prozent

Dienstag, 25 September, 2018 - 14:15
Im gesamten Reifengeschäft betrug der Umsatzrückgang unter dem Strich 5,7 Prozent.

Der Wirtschaftsverband der deutschen Kautschukindustrie e.V. (wdk) berichtet, dass die deutsche Kautschukindustrie im ersten Halbjahr 2018 einen Umsatzrückgang von 0,7 Prozent auf knapp sechs Milliarden Euro hat hinnehmen müssen. Bedingt durch eine rückläufige Fahrzeugproduktion in Deutschland lag insbesondere der Umsatz der Reifenindustrie mit den deutschen Fahrzeugherstellern (Erstausrüstung) deutlich unter den Vorjahreszahlen.

Im Reifen-Ersatzgeschäft mit Endverbrauchern lagen laut wdk sowohl die Stückzahlen als auch die Umsätze zur Jahresmitte unter dem Vorjahr. Nach Angaben des Branchenverbandes machten sich in diesem Bereich der zeitlich verzögerte Start der Umrüstsaison und der Trend zu Ganzjahresreifen bemerkbar. Dieser habe gleichzeitig die bislang üblichen saisonalen Spitzen entzerrt. Im gesamten Reifengeschäft betrug der Umsatzrückgang unter dem Strich 5,7 Prozent (auf knapp 2,5 Milliarden Euro). "Zwar habe im Reifensektor zuletzt ein leichter Aufholprozess eingesetzt, dennoch dürfte bis Ende 2018 keine vollständige Kompensation im Vergleich zu den Vorjahreszahlen mehr möglich sein", so wdk-Chefvolkswirt Michael Berthel. Die mittelständischen Betriebe der deutschen Kautschukindustrie stießen, so der wdk-Konjunkturexperte, insbesondere im Inland verstärkt an Kapazitätsgrenzen. Dies betreffe vor allem die Verfügbarkeit von Arbeitskräften. „Man muss leider feststellen: Die nachlassende internationale Wettbewerbsfähigkeit durch teure Energie und deutlich gestiegene Personalkosten schränken lohnende inländische Investitionen ein. So ist die Reifenfertigung in Deutschland bereits durch eine Werksschließung im vergangenen Jahr deutlich geschrumpft.“ Dadurch steige zwar die effektive Kapazitätsauslastung, Produktion und Beschäftigung gäben aber im Vergleich zu 2017 spürbar nach.

Mit Blick auf den weiteren Jahresverlauf äußert sich Berthel vorsichtig: „Es ist zu befürchten, dass sich die aktuell starke Auslandsnachfrage angesichts der zugespitzten internationalen Handelsbeziehungen, der Auswirkungen des Brexits und der Schwäche einiger wichtiger Handelspartner wie der Türkei deutlich abschwächt. Der Umsatzzuwachs bei TEE und TPE dürfte daher bis Jahresende unter die derzeitige Marke von plus drei Prozent rutschen.“ Insgesamt sei für 2018 in der deutschen Kautschukindustrie nur noch ein kleines Umsatzplus zu erwarten. Anlässlich der Vorstellung der Halbjahreszahlen verlangte der Präsident des wdk, Dr. Ralf Holschumacher, von der Bundesregierung eine aktivere Industriepolitik. „Die Entwicklung bei den Unternehmen der deutschen Kautschukindustrie zeigt deutlich, dass sich die Rahmenbedingungen verschlechtert haben. Angesichts steigender Energiekosten und zunehmender Regulierung – wie etwa im Bereich der Kreislaufwirtschaft – ist ein Kurswechsel dringend erforderlich. Aktivität bei Belastungen und Passivität bei Entlastungen der Unternehmen darf nicht Kennzeichen der Wirtschaftspolitik bleiben“, so Dr. Holschumacher. Die Entwicklung von Produktion und Beschäftigung seien wichtige Indikatoren für die Leistungsfähigkeit von Standorten. Deshalb sei es ein ernstzunehmendes Warnsignal, wenn diese stagnierten.

Quelle: 

kle

Rubrik: 

Themen, die Sie interessieren könnten

  • In den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres erlöste die Delticom AG einen Umsatz von 291 Mio. €.

    Delticom hat den Geschäftsbericht für das erste Halbjahr 2018 veröffentlicht. In den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres erlöste das Unternehmen einen Umsatz von 291 Mio. €, dies entspricht einem Rückgang von 2,2 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum (H1 17: 297 Mio. €). Das EBITDA belief sich auf 6,8 Mio. €, nach 5 Mio. € im Vorjahr. Das EBIT stieg im Berichtszeitraum um 138 Prozent auf 3,2 Mio. € (H1 17: 1,3 Mio. €).

  • Im ersten Halbjahr 2018 konnte Hankook im Vergleich zum Vorjahreszeitraum seinen Umsatz steigern.

    Hankook Tire erzielte im zweiten Quartal 2018 eine Umsatzsteigerung um 2,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Dazu trugen nach Unternehmensangaben vor allem wachsende Umsätze in den Kernmärkten Europa und China und ein stabiles Wachstum im Erstausrüstungsgeschäft bei. Die Umsätze von großen Reifen mit Durchmessern ab 17 Zoll machten 52,1 Prozent der gesamten Umsätze für Pkw-Reifen aus. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bedeutet dies eine Steigerung um 3,5 Prozent.

  • Die Gesamtrenditen der Betriebe sind im Zeitraum Januar- Mai 2018 unter Druck geraten.

    Der Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk e.V. liefert seine Einordnung des aktuellen Betriebsvergleichs für den Zeitraum Januar bis Mai 2018. Die Auswertung zeige bei den klassischen Reifenbetrieben nach wie vor rückläufige Reifenverkäufe und steigende Kosten, was sich zwangsläufig in der Rendite wiederspiegele.

  • Ganzjahresreifen liegen im Trend – und der Nutzeranteil unter den Autofahrern dürfte demnächst noch zunehmen.

    Laut einer Befragung im Auftrag von reifen.com planen 18 Prozent der bisherigen Sommer- und Winterreifennutzer einen Umstieg bei nächster Gelegenheit auf Ganzjahresreifen. Weitere 26 Prozent sehen dies nach Angabe des Portals für sich als Option.