571.000 Tonnen Altreifen

Montag, 24 August, 2020 - 13:45
Die Recyclingquote bei Altreifen steigt auf ein neues Rekordhoch – der wdk sieht eine funktionierende Kreislaufwirtschaft belegt.

Laut dem Wirtschaftsverband der deutschen Kautschuk­industrie e.V. (wdk) lag die Gesamtmenge an Altreifen im vergangenen Jahr bei insgesamt 571.000 Tonnen. Das ist ein Rückgang von zwei Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die Recyclingquote stieg in 2019 nach Angaben des Branchenverbandes auf ein Rekordniveau.

Anlässlich der Vorlage der Altreifenzahlen hob der technische Geschäftsführer des wdk, Stephan Rau, hervor: „Zum einen ist die stoffliche Verwertung von Altreifen weiter auf dem Vormarsch. So wurden im vergangenen Jahr 251.000 Tonnen Altreifen zu Granulaten und Gummimehl verarbeitet. Das entspricht einem Zuwachs von sechs Prozent. Aus diesen Sekundärrohstoffen werden wiederum technisch hochwertige Produkte hergestellt, was zeigt, dass die Kreislaufwirtschaft bei Altreifen funktioniert.“ Rau bestätigte auch den Trend hin zu langlebigen Reifen: „Obwohl die Zulassungszahlen im Jahr 2019 spürbar gestiegen sind – so gab es bei Pkw ein Plus von 5 Prozent und bei Nutzfahrzeugen sogar von 6,2 Prozent – ist die Zahl der Altreifen in Deutschland insgesamt gesunken.“

Mehr als zwei Drittel der Altreifen (68 Prozent) werden laut wdk stofflich recycelt oder runderneuert. 175.000 Tonnen (32 Prozent) werden von der Zementindustrie der "thermischen Verwertung" zugeführt. Der wdk bezeichnet diese als ökologisch und ökonomisch sinnvolle Ergänzung im Recyclingprozess, da nicht alle Altreifen für eine stoffliche Verwertung geeignet seien. "Dieser Verwertungsweg verzeichnet mit einem Minus von zehn Prozent einen starken mengenmäßigen Rückgang", heißt es in einer Mitteilung. Formen der stofflichen Altreifenverwertung sind, neben der Granulierung und der Pyrolyse, unter anderem die Wiederverwendung von Karkassen (26.000 Tonnen) und der Export von runderneuerten Reifen (48.000 Tonnen).

Quelle: 

kle

Rubrik: 

Themen, die Sie interessieren könnten

  • Das AZuR-Netzwerk präsentiert sich ab sofort auf einer eigenen Internet-Seite. Bildquelle: AZuR.

    Seit Kurzem ist das unter dem Namen „AZuR“ bekannte Innovationsforum Altreifen-Recycling im Web aktiv. Das Vorhaben, das vom BRV initiiert wurde, hat es sich zum Ziel gesetzt, den Altreifenberg abzubauen und Altgummi sowie Altreifen möglichst vollumfänglich wiederzuverwerten.

  • Die BlackCycle-Wertschöpfungskette verfolgt laut Michelin einen um 0,93 kg/CO2 pro Kilogramm Reifen geringeren CO2-Fußabdruck.

    Gemeinsam mit sieben Industriepartnern hat Michelin das europäische Recycling-Projekt BlackCycle ins Leben gerufen. Eine konsequente Kreislaufwirtschaft und die Wiederverwertung von Altreifen bei der Reifenproduktion sind die Ziele.

  • Nach der Montage der Wechselplatten ist die Innenwand des Maschinengehäuses etwa drei Millimeter dicker als vorher. Bildquelle: Cutmetall GmbH.

    Deutschlandweit werden jährlich rund 236.000 Tonnen Altreifen zu Gummigranulat und -mehl verarbeitet. Die Gehäuse der Schredder und Granulatoren verschleißen jedoch mit der Zeit und ein Austausch wird notwendig. Mit dem neuen Reparatur-Kit von Cutmetall soll sich die Einsatzzeit eines Zerkleinerers um zwei bis drei Jahre verlängern lassen.

  • Das Unternehmen Würth feiert 2020 seinen 75. Geburtstag. Bildquelle: Würth.

    Mit dem Eintrag ins Handelsregister beginnt am 16. Juli 1945 die Geschichte des Unternehmens Würth. Aus der damaligen Schraubengroßhandlung Adolf Würth ist inzwischen ein Weltkonzern geworden, der mit 400 Gesellschaften in 80 Ländern vertreten ist.