Auf dem Weg zum einheitlichen Konzept

Sonntag, 27 Mai, 2012 - 12:15
Hans-Jürgen Drechsler, Geschäftsführer des Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk e.V.

Reifenwechseln kann ich selbst – so denken viele Motorradbesitzer und verkennen, dass bei einer Selbstmontage leicht Fehler unterlaufen können. Selbst Fachmännern geht der Reifenwechsel bei Motorrädern und Rollern nicht immer problemlos von der Hand. Der BRV bemüht sich deshalb nun um ein einheitliches Servicekonzept.

Dass das Thema Radwechsel bei Krafträdern auch für Profis ein vielschichtiges Thema ist, bestätigt der Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk e.V. (BRV). Dieser beschäftigt sich aktuell intensiv gemeinsam mit dem Wirtschaftsverband der Deutschen Kautschukindustrie (wdk), den wdk-Motorradreifenherstellern und dem Bundesverband der Hersteller und Importeure von Automobil-Service-Ausrüstungen e.V. (ASA) mit dem Thema „Motorradreifen-Service“. Im Fokus steht sowohl die Erarbeitung eines gemeinsamen Motorradreifen-Service-Konzeptes, in dem alle wesentlichen Grundlagen eines professionellen Motorradreifen-Service beschrieben werden sollen, aber auch die Beschaffung und zur Verfügungstellung von Reparatur- und Wartungsvorschriften der einzelnen Motorradhersteller, insbesondere zum Ein- und Ausbau der Räder, speziell der Hinterräder. Bereits 2009 fanden hierzu zwei Meetings statt.

Laut Hans-Jürgen Drechsler, Geschäftsführer des Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk e.V., beschäftigen den heutigen professionellen Motorrad- und Roller-Reifenservice besonders das nach Herstellervorgaben fachgerechte Aufbocken der Motorräder oder Roller sowie der fachgerechte Aus- und Einbau der Vorder- und Hinterräder nach Herstellervorgaben. „Hierzu werden natürlich die Reparatur- und Wartungsinformationen der einzelnen Motorrad- und Roller-Hersteller benötigt und das war auch der primäre Anlass, mit den wdk-Motorradreifen-Herstellern ins Gespräch zu kommen, wie man so etwas gemeinsam umsetzen kann. In den ersten beiden Treffen konnte dazu Übereinstimmung erzielt werden, gleichzeitig stellte sich in den Diskussionen aber heraus, dass es im ersten Schritt noch notwendiger erscheint, überhaupt erst einmal ein gemeinsames, Branchenübergreifendes und einheitliches Motorrad- und Roller-Reifenservice-Konzept zu erarbeiten, das die Beschreibung des notwendigen Equipments genauso einschließt, wie die Personalanforderungen (Qualifikation/Fortbildung/Schulung)“, erläutert Drechsler.

Ein intensiv diskutiertes Thema ist die Bereitstellung von Reparatur- und Wartungsinformationen. Bislang sind die Hersteller anders als im Pkw- und Lkw-Segment nicht verpflichtbar, diese dem freien Handel zugänglich zu machen. „Hier suchen wir die Zusammenarbeit mit unabhängigen Dritten und sind auf einem guten Weg. Allerdings wird dieser Teil voraussichtlich ein nicht gerade geringes Budget erfordern, dessen Absicherung noch nicht geklärt ist. Fest steht aber bereits heute, dass diese Informationen den BRV-Mitgliedern nicht kostenlos zur Verfügung gestellt werden können, und insofern bleibt in diesem Zusammenhang auch die Reaktion unserer Mitglieder darauf abzuwarten“, so Hans-Jürgen Drechsler. Der BRV jedenfalls bemüht sich weiter um eine Lösung im Sinne seiner Mitglieder. Unabhängig von der weiteren Entwicklung rät Drechsler Reifenhändlern, die ihren Service im Motorradbereich verbessern oder erweitern möchten, dazu, die von den Reifenherstellern, der Bundesfachschule für Zweiradmechanik in Frankfurt und der Stahlgruber-Stiftung in München angebotenen Fortbildungs- und Schulungsmöglichkeiten zum Motorrad- und Roller-Reifenservice in Anspruch zu nehmen.

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oth

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