Jubiläumsjahr für ZF Friedrichshafen AG

Montag, 5 Januar, 2015 - 12:00
Der Vorstand der ZF Friedrichshafen AG in Vorfreude auf das Jubiläum: von links Dr. Konstantin Sauer, Dr. Stefan Sommer, Jürgen Holeksa, Michael Hankel, Wilhelm Rehm, Rolf Lutz.

Mit Jahresbeginn 2015 startet für ZF ein Jubiläumsjahr: Vor einhundert Jahren, 1915, wurde die „Zahnradfabrik  GmbH“  gegründet. In einer wechselvollen Geschichte hat sich ZF zu einem weltweit führenden Technologiekonzern der Antriebs- und Fahrwerktechnik entwickelt.

Am 9. September 1915 wurde die „Zahnradfabrik GmbH“  mit Sitz in Friedrichshafen ins Handelsregister des Amtsgerichts Tettnang eingetragen. Im anbrechenden Jahr 2015 jährt sich die Gründung des ZF-Konzerns folglich zum hundertsten Mal, für das Unternehmen und seine weltweit rund 72.000 Mitarbeiter steht ein Jubiläumsjahr bevor. Die Jubiläumsaktivitäten sollen über 120 ZF-Standorte rund um den Globus einbinden und so auch langfristig das gemeinsame Verständnis erhöhen. Aktuell steht ZF vor der größten Akquisition seiner Unternehmensgeschichte. Mit dem Kauf des US-Unternehmens TRW Automotive steigt ZF zu den drei weltweit größten Automobilzuliefern auf.

Der Blick in die ZF-Chronik zeigt eine wechselvolle Unternehmensgeschichte, in der sich ZF – manchen Brüchen und Krisen zum Trotz – von den Wurzeln als Spezialanbieter der Luftfahrtindustrie zu einem Weltkonzern der Mobilitätstechnik entwickelt hat. Die Gründung am Bodensee vor 100 Jahren hatte ihren Ursprung in der damals dort ansässigen Luftschiffbau Zeppelin GmbH, die auch Gesellschafterin der „Zahnradfabrik“ wurde: Aufgabe des neu gegründeten Unternehmens war Entwicklung, Erprobung und Herstellung von „Zahnrädern und Getrieben für Luftfahrzeuge, Motorwagen und Motorboote“.  Schon wenige Jahre später bot ZF ihre Technik für Automobilhersteller an und wurde zu einem wichtigen Getriebelieferanten dieser noch jungen Industrie in Deutschland. Durch Nutzung des eigenen Know-hows und Erwerb von Lizenzen weitete ZF ihr Produktportfolio aus: Lenkungen für Automobile und Nutzfahrzeuge kamen in den 1930er Jahren hinzu, ebenso Antriebseinheiten für Ackerschlepper und Schiffe. Vor und während des Zweiten Weltkrieges dominierte jedoch die Rüstungsproduktion die damals drei deutschen ZF-Standorte.  Auch ZF beschäftigte in allen Werken Zwangsarbeiter. Ihre Anzahl stieg bis Kriegsende auf rund 2800 kontinuierlich an.

Nach Kriegsende nahm ZF 1946 die Herstellung ihrer zivilen Produkte wieder auf – beginnend bei Ackerschleppergetrieben und Nutzfahrzeuggetrieben. Seine Innovationskraft verhalf dem Unternehmen zum Einstieg in neue Marktsegmente, so 1965 mit der Serienfertigung des ersten Stufenautomatgetriebes für Pkw. Parallel erweiterte ZF die internationale Präsenz, beginnend 1958 mit dem frühen Aufbau eines Produktionsstandortes in Brasilien. Es folgte der Start der eigenen lokalen Fertigung in den USA (1979) und in China (1993). Erweiterungen und Firmenzukäufe nutzte ZF ebenfalls als Wachstumschance, etwa 1984, als das Unternehmen die Lemförder Gruppe übernahm und damit ins weltweite Geschäft mit Fahrwerkkomponenten und später -systemen für Pkw und Nutzfahrzeuge einstieg. 2001 kamen mit Übernahme der damaligen Mannesmann Sachs AG Antriebs- und Fahrwerkkomponenten für Pkw und Nutzfahrzeuge hinzu. Sie erhöhten die Wertschöpfungstiefe und brachten weitere Innovationen in den Markt, die heute eng mit dem Namen ZF verbunden sind, etwa das adaptive Dämpfungssystem CDC (Continuous Damping Control) und die Hybridtechnologie.

Zum ZF-Portfolio zählen heute Produkte der Antriebs- und Fahrwerktechnik wie Getriebe, Antriebs- und Fahrwerkkomponenten sowie komplette Achssysteme und -module. Technik von ZF wird in Pkw, Nutzfahrzeugen, Bau- und Landmaschinen, Schienenfahrzeugen und Marineanwendungen eingesetzt. Weitere Standbeine hat das Unternehmen in der Windkraft-Antriebstechnik und bei Elektronikkomponenten. „Die ZF-Historie ist ein Beispiel dafür, wie sich gemeinsam unternehmerische Chancen nutzen lassen“, sagt der ZF-Vorstandsvorsitzende Dr. Stefan Sommer.

Ein besonderes Jubiläums-Highlight erwartet die ZF-Mitarbeiter am 4. Juli 2015: das Festival auf dem Gelände vor dem Zeppelin-Hangar in Friedrichshafen. Zu Auftritten der Hip-Hop-Band „Die Fantastischen Vier“ und des früheren „Reamonn“-Frontmanns Rea Garvey haben alle Mitarbeiter kostenlosen Zutritt. Der zentrale Festakt in Friedrichshafen findet am 9. September statt, dem Tag des Eintrags ins Handelsregister des Amtsgerichts Tettnang vor genau 100 Jahren. Schon bald sollen Unternehmensgeschichte sowie neueste Produkte und Technik im ZF Forum einen würdigen Präsentationsort finden: Die neue Hauptverwaltung am Standort Friedrichshafen bietet Raum für eine permanente wie auch für thematisch wechselnde Ausstellungen, die Anwohnern und interessierten Besuchern offen stehen.

Aktuell plant ZF den Kauf des US-Automobilzulieferers TRW Automotive. Mit dem Zusammenschluss der beiden Unternehmen unter dem ZF-Dach soll im ZF-Jubiläumsjahr der drittgrößte Automobilzulieferkonzern der Welt mit einem Umsatzvolumen von über 30 Milliarden Euro (41 Milliarden US-Dollar) und 138.000 Mitarbeitern entstehen – vorbehaltlich der noch ausstehenden Genehmigungen. Der durch TRW ergänzte ZF-Konzern führt dann ein umfassendes und komplementäres Produktportfolio aus Antriebs- und Fahrwerktechnik, Sicherheit und elektronische Systeme zusammen und hat ein regional und kundenspezifisch ausgewogenes Portfolio sowohl im Volumen- als auch im Premiumsegment mit einer starken Präsenz in den wichtigsten Automobilmärkten Westeuropa, USA und Asien-Pazifik.

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