Reduziertes Einkaufsvolumen im Handel

Mittwoch, 4 März, 2020 - 15:45
Der Reifenersatzmarkt gibt nach Ansicht des wdk keinen Hinweis auf eine markante Veränderung des seit Jahren seitwärts verlaufenden Trends.

Laut dem Wirtschaftsverband der deutschen Kautschukindustrie e.V. ging das Jahr 2019 für die deutsche Kautschukindustrie wenig erfolgreich zu Ende. In der 2. Jahreshälfte gaben die Umsätze in der Breite des Produktportfolios gegenüber dem Vorjahr nach.

Wie der Branchenverband mitteilt, hat die globale Schwäche der Industrie 2019 den Absatz sowohl von Reifen als auch von technischen Produkten in der Erstausrüstung beeinträchtigt. Das galt im Jahresverlauf zunächst nur für automobile Zulieferteile, erfasste in der zweiten Jahreshälfte aber das Gros der Produkte der deutschen Kautschukindustrie. Die Reifenlieferungen für das Ersatzgeschäft konnten ebenfalls nicht an das Vorjahresvolumen anknüpfen. Große Marktplayer im Handel hätten ihr Einkaufsvolumen reduziert und stattdessen den Markt aus Lagerbeständen bedient.

Nach wdk-Angaben schrumpfte der Branchenumsatz insgesamt gegenüber 2018 um 4,2 Prozent auf knapp 11 Milliarden Euro. Für 2020 erwarten Verband und Unternehmen eine Seitwärtsentwicklung bei den Umsätzen mit Tendenz zur „roten Null“. Auch das Investitionsvolumen dürfte 2020 im Vergleich zum Vorjahr merklich sinken, so die wdk-Verantwortlichen. Parallel zu den Umsätzen gaben 2019 auch Beschäftigung und Produktion in der Branche nach, wird weiter ausgeführt. Zahlreiche Unternehmen hätten von der Möglichkeit, auf Kurzarbeit umzustellen, bereits Gebrauch machen müssen oder dies angemeldet. Mit der sinkenden inländischen Produktion erreichte auch die Kapazitätsauslastung an den Fertigungsstandorten offenbar den niedrigsten Wert seit Jahren.

Negativ wirkt zum Jahresbeginn 2020 neben der Nachfrageschwäche – insbesondere in China – die wachsende Bedrohung für die Wertschöpfung durch die sich ausbreitende Coronavirus-Epidemie. Schwierigkeiten in den Lieferketten werden laut den Branchenexperten wahrscheinlicher, auch wenn der Einfluss auf die Rohstoffversorgung der Branche aktuell noch als überschaubar beschrieben wird. Die Analyse der Absatzentwicklung ist jedoch eine andere: Ein Viertel der deutschen Hersteller technischer Produkte erwartet einen starken Einfluss auf ihr Geschäft und weitere 50 Prozent sehen zumindest eine spürbare temporäre Beeinträchtigung.

Für 2020 rechnet der wdk mit einer inländischen Fahrzeugproduktion auf dem – aber nicht unter dem – niedrigen Niveau des Jahres 2019. Eine Stagnation der Geschäftsentwicklung erwarten wohl auch weite Teile der Abnehmerschaft von Kautschukprodukten aus dem Verarbeitenden Gewerbe. Der Reifenersatzmarkt gibt nach Ansicht des wdk keinen Hinweis auf eine markante Veränderung des seit Jahren seitwärts verlaufenden Trends. Ein "Null-Wachstum" wird erwartet.

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