AutoBild-Test: Conti und Goodyear teilen sich Platz eins

Mittwoch, 4 März, 2020 - 11:45
Die beiden Sieger des AutoBild-Sommerreifentest: der Continental PremiumContact 6 (l.) und der Goodyear Eagle F1 Asymmetric 5.

Für ihren großen Sommerreifentest 2020 hat die AutoBild insgesamt 50 Profile herangezogen – und die 30 schlechtesten Bremser (Bremsweg nass und trocken addiert) direkt wieder aussortiert. Die Podiumsplätze im Finale der 20 Top-Bremser sichern sich einmal mehr die Premium-Hersteller: Conti und Goodyear teilen sich Platz eins vor dem Michelin-Reifen. Zu überzeugen wissen offenbar auch die Pneus von Apollo-Vredestein.

Gar nicht erst für den finalen Durchgang qualifiziert hatte sich neben den Vertretern von Yokohama und Cooper auch der Pirelli P Zero. In einer Fußnote weist die AutoBild darauf hin, dass auch der Pirelli Zero PZ4 erhältlich ist. Erstmals in der Top 20-Riege zu finden waren dafür die Marken Zeetex und Laufenn. Auf einem 5er BMW (Dimension: 245/45 R18) wurden die finalen Kandidaten auf nasser und trockener Strecke auf Herz und Nieren geprüft. Im Kapitel Kosten wurden zudem die Kriterien Laufleistung, Preis und Rollwiderstand bewertet.

Laut AutoBild-Testurteil weisen die beiden Testsieger Continental PremiumContact 6 und der Goodyear Egale F1 Asymmetric 5 offenbar keine nennenswerten Schwächen auf (keine Einzelnote schlechter als zwei minus). Beiden Reifen werden „kurze Bremswege“, „präzises Einlenkverhalten“ und eine „sehr gute Kilometerleistung“ attestiert. Der PremiumContact 6 ist dabei einen Tick stärker auf trockener Fahrbahn, während der Goodyear-Reifen auf Nässe die Nase hauchdünn vorne hat. Da beide im Kapitel Kosten eine glatte eins erhalten, teilen sie sich am Ende den Gesamtsieg. Der Conti-Reifen erhält jedoch zusätzlich den Titel „Eco-Meister 2020“.

Platz drei geht an den „Spitzen-Bremser“ aus der Vorrunde, den Michelin Pilot Sport 4. Neben „kürzesten Bremswegen“ überzeugt der „Supersportler mit präzisem Lenkverhalten und ausgezeichneter Fahrdynamik“, wie die AutoBild notiert. Aufgrund seines hohen Preises reicht es jedoch nur zu einer zwei minus im Kapitel Kosten und somit zum dritten Platz im Gesamtranking.

Über die Plätze vier und fünf darf sich der Apollo-Vredestein-Konzern freuen. Der Vredestein Ultrac Vorti („exzellentes Handling auf trockener und nasser Piste“; „erhöhter Rollwiderstand“) reiht sich dabei vor dem Apollo Aspire XP („ausgewogen hohes Leistungspotenzial“) ein. Beide Pneus punkten bei den Testern mit ihrem Preis-Leistungs-Verhältnis.

Mit dem N’Fera Sport landet Nexen auf dem sechsten Platz im Ranking. Offenbar kann der Reifen seine Stärken besonders auf trockener Strecke ausspielen (Kapitelnote eins minus), muss jedoch für seinen „erhöhten Rollwiderstand“ Abzüge hinnehmen. Dafür erhält der Nexen-Reifen – ebenso wie die fünf vor ihm platzierten Reifen sowie der auf Platz sieben rangierende Falken Azenis FK510 – die Auszeichnung „vorbildlich“. In der Bewertung des Falken-Pneus finden sich ebenfalls keine nennenswerten Schwächen (keine Einzelnote schlechter als zwei minus), dafür die zweitbeste Gesamtnote im Kapitel Kosten.

Auf Platz acht folgt mit dem Nokian Powerproof der Anführer eines mit „gut“ bewerteten Trios. Der zweitbeste Vorrundenbremser kann offenbar „überzeugend gute Handling-Qualitäten“ vorweisen, muss sich jedoch seine „durchschnittliche Laufleistung“ ankreiden lassen. Den geteilten neunten Rang nehmen der Firestone Roadhawk und der Fulda SportControl2 ein. Der Firestone-Reifen punktet eher auf nasser Fahrbahn, während der Fulda-Vertreter seine Stärken auf trockener Fahrbahn hat. Beide erhalten jedoch Abzüge für ihre Laufleistung.

Bridgestone verliert mit dem Potenza S001 den unternehmensinternen Zweikampf und wird hinter dem Firestone Roadhawk Gesamt-Elfter (Note „befriedigend“).  Der „Nässe-Spezialist“ war drittbester Vorrunden-Bremser, hadert aber auch mit „mäßiger Laufleistung“ und „hohem Rollwiderstand“. Platz zwölf geht an den Hankook Ventus S1 evo3 („sicheres Aquaplaning“; „eingeschränkte Kilometerleistung“), der damit nur minimal besser als der brandneue Laufenn S Fit EQ+ („geringer Rollwiderstand“; „untersteuerndes Nasshandling“) abschneidet.

Ebenfalls die Note „befriedigend“ erhalten der Dunlop SportMaxx RT2 („kurze Trockenbremswege“), der Kleber Dyxnaxer UHP („hohe Laufleistung“) und der Uniroyal RainSport 3 („kraftstoffsparender Rollwiderstand“) auf den Plätzen 14 bis 16. Bei allen drei Pneus steht insbesondere das Nasshandling einer besseren Platzierung im Wege.

Auf den letzten vier Finalplätzen finden sich „vier aussichtsreiche Kandidaten“ wieder, die „aufgrund ihrer schwachen Kilometerleistung auf den letzten Metern abgewertet“ werden. Beim Kumho Ecsta PS71 auf Platz 17 können „überzeugende Nässe-/Aquaplaning-Qualitäten“ und die Note eins im Kapitel Nässe die Einstufung als nur „bedingt empfehlenswert“ nicht verhindern. Auch Maxxis kann mit dem Victra Sport 5 („dynamisches Handlingverhalten“; „verlängerte Nassbremswege“) nicht ganz an die Achtungserfolge in der bisherigen Testsaison anknüpfen. Auf Platz 19 reiht sich der Toyo Proxes Sport („kurze Nass-/Trocken-Bremswege“; „zähes Lenkverhalten“) ein, ehe auf Final-Platz 20 der Newcomer Zeetex HP 2000 vfm folgt. Ein „günstiger Preis“ und ein „geringer Rollwiderstand“ wiegen das „untersteuernde Nass- und Trockenhandling“ und die „eingeschränkte Laufleistung“ nicht wirklich auf. 

Das Fazit von Dierk Möller und Henning Klipp: „Vorbildliche Reifen müssen nicht immer teuer sein. Fünf der sieben mit dem Siegel ‚vorbildlich‘ ausgezeichneten Reifen gibt es schon zum fairen Preis.“

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dw

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