BRV-AK Felgenhersteller: Situation der Aluradanbieter bleibt „befriedigend“

Dienstag, 4 Oktober, 2016 - 12:30
Der Trend zum selbstfahrenden Auto wird nach Ansicht der Räderhersteller auch die eigene Branche beeinflussen: Ergebnisse aus der aktuellen Felgenpanel-Erhebung für den BRV-Arbeitskreis Felgenhersteller. Quellenhinweis: BBE Automotive.

Auch in diesem Herbst traf sich der Arbeitskreis Felgenhersteller des Bundesverbandes Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk e.V. (BRV) zur Herbstsitzung, bei der die Kölner Unternehmensberatung BBE Automotive GmbH die aktuelle Auswertung des Felgen/Räder-Sell-In-Panels vorlegte. Die Arbeitskreismitglieder melden hierfür zweimal jährlich ihre Sell-In-Volumina für das vergangene Halbjahr (ausschließlich Pkw-Ersatzmarkt, ohne Verkäufe an Fahrzeughersteller und -importeure), schätzen unabhängig voneinander die übrige Nachfrage und prognostizieren die zukünftige Entwicklung.

Aus den Daten ermittelt BBE ein valides Sell-In-Marktvolumen sowie eine Prognose für das laufende Jahr und Trends für die kommenden drei bis vier Jahre. Die jüngste Auswertung kommt zu folgenden Ergebnissen: In der Bewertung der Situation der Aluradanbieter bleiben die Panelteilnehmer für das 1. Halbjahr 2016 bei einem Durchschnitt von „glatt befriedigend“ (3,0) und sehen dabei die Lage leicht besser als im Vergleichszeitraum des Vorjahres (3,14). Im Segment Aluräder ist die Prognose der Panelteilnehmer für das 2. Halbjahr zwar etwas verhaltener als im Vorjahr, insgesamt wird aber für das Gesamtjahr ein um etwa drei Prozentpunkte höheres Volumen erwartet als noch zum Jahresanfang.

Des Weiteren setzt sich der Trend fort, dass Leichtmetall Schwermetall verdrängt. Im Segment Stahlräder fiel der Rückgang im 1. Halbjahr 2016 zwar geringer aus als im Vorjahreszeitraum, dennoch ist nach Einschätzung der Panelteilnehmer hier kein Ende der Talfahrt in Sicht. Der prognostizierte Sell-In-Absatz mit Stahlfelgen macht für 2016 knapp unter 30 Prozent des gesamten Marktvolumens aus, der Rest entfällt auf Aluräder. Ein weiterer, schon länger erkennbarer Trend ist bei den Rädergrößen zu erkennen. Wie erwartet, entwickelte sich der Absatz kleiner Zollgrößen (13 und 14 Zoll) weiter rückläufig beziehungsweise stagnierend, das Absatzwachstum gab es im Mittelfeld und zwar bei 17-20 Zoll-Größen.

Auch wollte die Unternehmensberatung wissen, vor welche drei großen Herausforderungen sich die Branche bis zum Jahr 2020 voraussichtlich stellen muss. Folgende drei Punkte gaben die Räderhersteller an: Erstens: verschärfter Wettbewerb der Erstausrüster mit den Ersatzmarktanbietern. Durch technische Entwicklungen, die die Kunden immer mehr in Richtung Autohaus treiben, machen zunehmend die Fahrzeughersteller/-importeure das Geschäft mit Rädern. Auf Platz zwei der „Hitliste“ haben es gleich drei Herausforderungen geschafft: rückläufige Entwicklung des Umrüstpotenzials infolge Ganzjahresreifen, Begeisterung junger Zielgruppen für das Auto und seine Ausstattung, sowie Entwicklung des Onlinehandels und seine Auswirkungen. Die dritte Herausfordernung: betriebswirtschaftliche Aspekte, wie zum Beispiel Zölle auf Billigimporte, Stabilität der Preise und Rentabilitätssicherung.

Darüber hinaus wurde die Frage gestellt: „Das selbstfahrende, total vernetzte Auto kommt nach Meinung einiger Medien bis 2030. Erwarten Sie dadurch Auswirkungen auf Ihre Branche?“ Gut drei Fünftel der Panelteilnehmer und damit die Mehrheit antworteten darauf mit „ja“. Die Auswirkungen auf ihr eigenes Geschäft sehen die Felgenhersteller dabei eher negativ. „Der gerade stattfindende Umbruch in der Automobil- und Reifenbranche wird das Geschäft der Felgenhersteller stark beeinflussen. Die Top-Herausforderungen für diese sind identifiziert. Es gilt Lösungsansätze auszuarbeiten, um sich den Herausforderungen zu stellen. Die kommenden Panelauswertungen werden zeigen, inwieweit das der Felgenbranche gelingt“, so Peter Hülzer, geschäftsführender Vorsitzender des BRV.

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akl

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