BRV: Stückabsatz erreicht Vorjahresniveau

Freitag, 20 Dezember, 2019 - 13:00
Die BRV-Spitze sieht ihre Prognose für das Geschäftsjahr 2019 bestätigt.

Stichhaltige Zahlen zum Gesamtgeschäftsjahr 2019 im Reifenersatzmarkt liegen dem Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk e.V. zwar erst in einigen Wochen vor, dennoch sieht sich der Verband angesichts erster Hochrechnungen in seiner Prognose von diesem Frühjahr bestätigt. Der BRV prognostizierte im Marktsegment Consumer-Reifen (Pkw, 4x4 und Llkw) ein Plus von 1,1 Prozent, im Stückabsatz in etwa das Niveau des Vorjahres. Der Branchenverband erkennt zudem weitere Verschiebungen zu Gunsten von Ganzjahresreifen.

Darüber hinaus geht der BRV davon aus, dass auch die Prognose von +0,3 Prozent im Stückabsatz Lkw-Reifen erreicht werden könnte, wobei sich hier bereits im Jahresverlauf gezeigt habe, dass Runderneuerte wiederum besser abschneiden als Neureifen. Auch auf qualitativer Ebene, also in punkto Umsatzentwicklung, erwartet der Branchenverband ein "leicht positives Ergebnis". Insgesamt gehen die Verantwortlichen von einem geringfügigen Umsatzwachstum aus, was primär auf den für den Reifenfachhandel günstigen Produktmix sowie auf steigende Dienstleistungserträge im Reifen- und Autoservice zurückzuführen sei.

Auffallend waren laut dem BRV in diesem Jahr die ausnahmslos positiven Indices im quartalsweise erhobenen BRV-Branchenbarometer. "Die durchgehend gute Branchenstimmung führt uns zusammen mit den derzeit vorliegenden Absatz- und Umsatzindikatoren zu dem Schluss, dass 2019 im Großen und Ganzen ein gutes Jahr für den Reifenservice-Sektor war und die Branche somit auf guter Basis ins Geschäftsjahr 2020 starten kann. Dabei gilt wie immer: Abweichend vom Branchenschnitt wird es über- wie unterdurchschnittliche Unternehmenskonjunkturen geben", so der BRV in einer Mitteilung.

Prägend für den Ausblick in die nähere Zukunft ist nach Ansicht der Branchenexperten die Tatsache, dass sich unsere Branche seit Jahren in einem weitgehend gesättigten und daher tendenziell stagnierenden Absatzmarkt bewegt und auch für 2020 keine nennenswerten Absatzimpulse zu erwarten sind. Auf der anderen Seite führe die rasante technische Entwicklung auf dem Automobilsektor insgesamt, aber auch speziell im Reifenbereich dazu, dass die Ansprüche an technische Ausstattung und personelles Know-how stetig steigen. Stichworte seien der für Fahrzeugdiagnose, Wartungen und Reparaturen erforderliche Zugriff auf Hersteller- und/oder Fahrzeugdaten, der langsam steigende Anteil an Fahrzeugen mit alternativen Antrieben und neue Meilensteine in der Reifenentwicklung. All dies biete Chancen - der Beratungs- und Handlingbedarf durch eine Fachwerkstatt steige, Prozesse könnten optimiert und Prozesskosten dadurch gesenkt werden. Damit diese Potenziale erschlossen werden können, müsse allerdings erst einmal in erheblichem Maße in die Betriebs- und Werkstattausstattung investiert werden und auch die Notwendigkeit von gut ausgebildeten Fachkräften nehme zu. Der BRV folgert: "Unternehmen, die in diesem Umfeld auf Dauer erfolgreich agieren wollen, sind deshalb gefordert, deutlich mehr als die branchendurchschnittlichen Renditen zu erwirtschaften und sich strategisch auszurichten, um durch entsprechende Investitionsentscheidungen auf dem Weg in die automobile Zukunft mit den Wettbewerbern Schritt halten zu können."

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