Continental: Kürzung des Dividendenvorschlags beschlossen

Mittwoch, 3 Juni, 2020 - 20:45
Continental treibt den Transformationsprozess auf allen Ebenen voran.

Vorstand und Aufsichtsrat der Continental AG haben die Anpassung des Dividendenvorschlags von 4,00 Euro auf 3,00 Euro pro Aktie beschlossen. Damit liegt der Dividenvorschlag 37 Prozent unter der Vorjahresdividende von 4,75 Euro pro Aktie. Der verringerte Vorschlag wird am 14. Juli 2020 den Aktionären von Continental auf ihrer virtuellen Hauptversammlung zur Abstimmung vorgelegt.

„Das wirtschaftliche Umfeld ist aufgrund der Coronavirus-Krise und ihrer Folgewirkungen weiter von hoher Unsicherheit geprägt. In dieser herausfordernden Situation ist eine starke Kapitalausstattung sowie eine ausreichend hohe Liquidität das oberste Gebot. Dabei gilt es, die unterschiedlichen Erwartungen aller Bezugsgruppen des Unternehmens angemessen zu berücksichtigen. Der angepasste Dividendenvorschlag trägt den kurz- und langfristigen Interessen von Continental, ihren Aktionären und weiteren Stakeholdern gleichermaßen Rechnung“, erläutert Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Reitzle, Aufsichtsratsvorsitzender von Continental, den Beschluss. Reitzle begrüßt zudem die Bestellung von Andreas Wolf zum Mitglied des Vorstands der Continental AG: „Andreas Wolf ist einer unserer erfahrensten Manager im Unternehmen. Es ist nur konsequent, dass er bis zum geplanten Spin-Off der Antriebssparte diesen und das Geschäft als Vorstandsmitglied mit voller Kraft vorantreibt.“ Wolf leitet seit Anfang Oktober 2018 das auf die Elektrifizierung des Antriebsstrangs spezialisierte Geschäftsfeld Vitesco Technologies. Mit Wirkung zum 3. Juni 2020 wird Wolf in den Vorstand der Continental AG berufen. Die Dauer des Mandats beträgt drei Jahre. Mit Vollzug des geplanten Spin-Offs der Antriebssparte innerhalb dieses Zeitraums läuft es vorzeitig ab.

Im Rahmen der Vorbereitung des diesjährigen Aktionärstreffens hat der Aufsichtsrat auch beschlossen, der Hauptversammlung ein neues Vergütungssystem der Vorstandsmitglieder von Continental zur Billigung vorzulegen. Dieses sei Teil des jüngst überarbeiteten und jetzt einheitlichen Vergütungssystems für Continental-Führungskräfte. Es orientiere sich an der Wertschaffung der gesamten Organisation für alle Stakeholder. Die Vergütung der Vorstandsmitglieder und Führungskräfte sei jetzt noch stärker an der nachhaltigen und langfristigen Unternehmensentwicklung ausgerichtet. Der überwiegende Teil der variablen Vergütung hat eine mehrjährige Bemessungsgrundlage und ist unter anderem an die relative Entwicklung der Continental-Aktie im Vergleich zu relevanten börsennotierten Unternehmen im Automobilsektor geknüpft. Ihm liegen zusätzlich Nachhaltigkeitsziele zugrunde. Relevante Faktoren seien zunächst die vollständige Umstellung des externen Strombezugs auf regenerativen Quellen bereits dieses Jahr, die schrittweise Steigerung des Anteils von Frauen in Führungspositionen, die Senkung der Unfall- und der Krankheitsrate im Unternehmen sowie die Steigerung des Anteils recycelten Abfalls. Zusätzlich verpflichtet sich der Vorstand, Aktien der Continental AG während seiner Bestellung zu erwerben und dauerhaft zu halten. Darüber hinaus sieht das neue Vergütungssystem für Vorstandsmitglieder eine Deckelung ihrer Bezüge vor.

Die Anpassung der Vorstandsvergütung wird um zusätzliche Änderungen ergänzt, die alle Mitarbeiter weltweit betreffen. Die Einführung dieses neuen, alle Ebenen umfassenden Vergütungssystems erfolgt schrittweise. Ebenso wie bei den Vorstandsmitgliedern ist der variable Gehaltsanteil der leitenden Angestellten laut Unternehmensangaben künftig an die Erreichung von Nachhaltigkeitszielen und die relative Entwicklung der Continental-Aktie geknüpft. Entsprechend soll das Erfolgsbeteiligungsprogramm für alle anderen Mitarbeiter ebenfalls angepasst werden. Mit der Ausrichtung des neuen Vergütungssystems auf die nachhaltige, wettbewerbs- und zukunftsfähige Entwicklung des Unternehmens befördert Continental eigenen Angaben zufolge aktiv den fundamentalen Transformationsprozess, der sich derzeit in der gesamten Automobilindustrie vollzieht.

Die Vergütung der Continental-Aufsichtsratsmitglieder soll laut heutigem Beschluss ebenfalls umgestellt werden. Künftig soll sie ausschließlich aus einer Festvergütung bestehen und keine variablen Vergütungskomponenten mehr enthalten. Diese Anpassung folge einer Anregung des Deutschen Corporate Governance Kodex und soll der Hauptversammlung am 14. Juli 2020 zur Beschlussfassung vorgeschlagen werden.

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