Erneutes BRV-Statement zur Herstellerkennzeichen auf Pkw-Reifen

Donnerstag, 13 April, 2017 - 12:00
Hans-Jürgen Drechsler weist erneut darauf hin, dass in Deutschland die Reifenfabrikatsbindung aufgehoben ist.

Viele Reifenhersteller sind in den vergangenen Jahren dazu übergegangen, Reifenmodelle, die in der automobilen Erstausrüstung verbaut werden, für das Ersatzmarktgeschäft mit herstellerspezifischen Kennzeichnungen zu versehen. Von den Automobilherstellern wurden diese Produkte für bestimmte Kfz-Modelle getestet und freigegeben. Viele Autofahrer glauben, ihr Fahrzeug dürfe nur mit den entsprechend gekennzeichneten Reifen ausgerüstet werden. Der Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk e.V. weist erneut darauf hin, dass dies ein Irrtum ist.

„Seit dem Jahr 2000 ist in Deutschland die Reifenfabrikatsbindung aufgehoben“, sagt Hans-Jürgen Drechsler, Geschäftsführer des BRV. Nach geltender Rechtslage sind alle mit einem E/ECE-Kennzeichen versehenen und damit typengenehmigten Reifen an einem Kraftfahrzeug zulässig, sofern sie folgende Voraussetzungen erfüllen:

- Sie entsprechen in Dimension sowie Last- und Geschwindigkeitsindex den vom Fahrzeughersteller im Rahmen der EG-Übereinstimmungsbescheinigung freigegeben Reifen bzw.
- ihr Last- und/oder Geschwindigkeitsindex entspricht den Angaben in der Zulassungsbescheinigung Teil I des Fahrzeugs.

„Alle Angaben der Fahrzeughersteller, die sich auf die von ihnen getesteten, freigegeben und entsprechend herstellerspezifisch gekennzeichneten Reifen beziehen, haben somit ‚lediglich‘ Empfehlungscharakter“, erläutert der Drechsler, betont dabei aber ausdrücklich: „Niemand wird daran gehindert, den Empfehlungen der Fahrzeugproduzenten in Bezug auf die Reifen mit ihrem Herstellerkennzeichen Folge zu leisten. Im Gegenteil: Der Hinweis, dass diese in besonderer Weise auf das Fahrzeug abgestimmt sind, gehört zur Beratung im Reifenfachbetrieb dazu.“ Dennoch gelte grundsätzlich, dass OE-Markierungen weder eine Reifenfabrikatsbindung darstellen noch dass die Verwendung nicht herstellermarkierter Reifen Einschränkungen in punkto Sicherheit oder Gewährleistung nach sich ziehe. Die Reifenhersteller haben das auf Bitte des Reifenfachverbandes in einem offiziellen Statement vom vergangenen Herbst ausdrücklich erklärt.

Der Branchenverband weist aber auf eine Ausnahme hin: Es gibt Fahrzeuge mit Allradantrieb (AWD, 4x4, 4WD), die mit unterschiedlichen Rad-/Reifenkombinationen auf Vorder- und Hinterachse ausgestattet sind. Mischbereifte Fahrzeuge sind entweder bereits beim Automobilhersteller so vom Band gerollt oder wurden später mit einer Allgemeinen Betriebserlaubnis auf entsprechende Kombinationen umgerüstet. Werden sie beim Reifenersatz auf Fabrikate umgerüstet, die vom Fahrzeug- oder Radhersteller in diesem Kontext nicht freigegeben sind, kann das zu Problemen führen. Zwar hat die Europäische Reifen- und Felgen-Sachverständigenorganisation ETRTO für den Abrollumfang von Reifen grundsätzlich zulässige Fertigungstoleranzen zwischen +1,5 und -2,5 Prozent festgelegt, doch die Fahrwerkregelsysteme der Fahrzeughersteller sind meist so eingestellt, dass sie schon bei geringeren Abweichungen zwischen Vorder- und Hinterachse – ab etwa einem Prozent – zu regeln beginnen. Mit der Folge, dass am Armaturenbrett permanent Warnlämpchen leuchten und die Fahrer in der Werkstatt die neuen Reifen reklamieren. „Für den Reifenfachhandel heißt das: In Fällen, in denen ein Fahrzeug mit Allradantrieb und unterschiedlichen Rad-/Reifenkombinationen auf Vorder- und Hinterachse auf ein Reifenfabrikat umgerüstet werden soll, das nicht bereits vom Fahrzeug- oder Radhersteller freigegeben ist, wird vorab unbedingt eine Freigabe vom Hersteller des gewählten Reifenmodells benötigt“, erläutert Hans- Jürgen Drechsler.

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