Forderung nach offenem Datenaustausch

Freitag, 13 November, 2020 - 14:15
Echtzeitzugriff auf im Fahrzeug generierten Daten darf laut LKQ Europe-CEO Arnd Franz nicht ausschließlich von einzelnen Akteuren wie den Fahrzeugherstellern überwacht werden.

Arnd Franz, CEO von LKQ Europe, fordert im Vorfeld des Autogipfels zum Datenraum Mobilität am 17. November 2020 in Berlin "faire Wettbewerbschancen für die Kfz-Servicebranche und den Zugang zu einer gemeinsamen Datenplattform."

"Nur durch den effektiven Zugang zu fahrzeuggenerierten Daten werden das Wettbewerbs- und Innovationspotenzial im freien Reparaturmarkt sowie die Wahlfreiheit der Verbraucher gewährleistet. Durch die zunehmende Digitalisierung im Automobilsektor muss die gesamte Wertschöpfungskette das Recht und die Möglichkeit haben, innovative Geschäftsmodelle zu entwickeln und gleichberechtigt mit den Fahrzeugherstellern anzubieten. Nur so hat der Autofahrer weiter die freie Wahl bei Reparatur und Service", insistiert Franz. Datenqualität und Zugang zu Fahrzeugfunktionen bestimme die Qualität im Service.

LKQ führt als digitale Anwendungsfälle beispielsweise nachhaltige Reparatur, digitale Inspektion oder vorausschauende Warnungen zur Vermeidung von Pannen auf. "Selbst im Pannenfall schützt freier Datenaustausch den Autofahrer. Standortbestimmung und Ferndiagnose bieten die Chance zur schnellen Hilfe mit dem richtigen Ersatzteil: ob Batterie, Anlasser oder Keilrippenriemen", heißt es in einer Mitteilung. Voraussetzung für einen optimalen Service seien – neben der bidirektionalen Kommunikation mit dem Fahrzeug und dessen Funktionen – ein unabhängiger und direkter Echtzeitzugriff auf die im Fahrzeug generierten Daten. Dieser dürfe laut Arnd Franz nicht von einzelnen Akteuren wie den Fahrzeugherstellern als Wettbewerber überwacht werden. Die Vernetzung mit fahrzeuggenerierten Daten werde in der Zukunft zu einer Vielzahl von heute noch nicht existierenden Anwendungen führen. Der durch die EU-Gesetzgebung gesicherte Zugang zu Reparatur- und Wartungsinformationen für die OBD II-Schnittstelle (On-Board-Diagnose) muss laut LKQ auf alle weiteren Kommunikationskanäle mit dem Fahrzeug ausgeweitet und weiter ergänzt werden.

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