Reifen Ihle Günzburg meldet Insolvenz an

Donnerstag, 27 Februar, 2014 - 09:30

Reifen Ihle in Günzburg zählt zu den größten Reifen-Runderneuerern in Deutschland und betreibt zwischen Ulm und Augsburg zwölf Filialen - nun hat das Traditionsunternehmen einen Insolvenzantrag für vier Unternehmen der Ihle-Gruppe beim Amtsgericht in Neu-Ulm gestellt. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Prof. Martin Hörmann bestellt. Mit seinen 12 Niederlassungen ist die Reifen Ihle GmbH als Gesellschafter an die point S angeschlossen. Im letzten Jahr hatte die Continental die Zusammenarbeit mit dem Unternehmen im Bereich Runderneuerung aufgekündigt.

In einem an die Redaktion gerichteten Schreiben versichert Geschäftsführer Jürgen Eigenbrodt, dass die Löhne der 230 Mitarbeiter durch das Insolvenzgeld der Arbeitsagentur gesichert sind. Eigenbrodt bedauere die Notwendigkeit dieses Schritts, zeigt sich aber zuversichtlich, dass das "grundsätzlich solide Fundament und die zukunftsfähige Positionierung der Ihle-Gruppe" eine rasche Sanierung ermögliche. Als Ziel benennt er auch, möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten. Der Geschäftsbetrieb in den Filialen soll vorerst uneingeschränkt weiterlaufen. Aus Branchenkreisen heißt es, für das Runderneuerungswerk in Günzburg werde ein Käufer gesucht. In Günzburg werden unter anderem Reifen der Eigenmarke Rigdon produziert. Das Produktportfolio umfasst Reifen für Pkw, Llkw und Lkw sowie Vollgummi-, Bagger-, MPT-, Ackerschlepper- und EM-Reifen.

 Vier Unternehmen der Ihle-Gruppe haben beim Amtsgericht Neu-Ulm einen Antrag nach § 13 InsO gestellt, weil durch unvorhersehbare Verzögerungen bei einer Zwischenfinanzierung die notwendige Liquidität derzeit nicht mehr gegeben ist, erklären die Verantwortlichen. Die Geschäftsführung des mittelständischen Reifenherstellers und Serviceunternehmens hat mit dem Ziel einer raschen Sanierung bereits Gespräche mit den wichtigsten Partnern und Gläubigern begonnen. Der Betrieb im Handelsgeschäft und in den zwölf Filialen werde uneingeschränkt fortgesetzt. Die Verantwortlichen der Ihle-Gruppe teilen weiter mit, dass in den vergangenen Jahren bereits wichtige Veränderungen eingeleitet worden seien, um die hohe Kompetenz bei der Runderneuerung von Fahrzeugreifen zu erhalten und verstärkt auf wachstumsstarke Geschäftsfelder zu setzen. Durch eine branchenweite Absatzschwäche und nach dem Ausfall einiger Großkunden erforderte die Restrukturierung aber zusätzliche Fremdmittel, die nun nicht rechtzeitig beschafft werden konnten. Entsprechend den gesetzlichen Vorschriften habe man deshalb beim Amtsgericht Neu-Ulm einen Insolvenzantrag gestellt.

 „Unser Reifenservice ist wirtschaftlich gesund und arbeitet wie gewohnt weiter, wir bereiten uns auf das Sommerreifengeschäft vor. Wichtige Partner haben bereits erklärt, dass sie auch in dieser schwierigen Situation zu uns stehen“, so Jürgen Eigenbrodt. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte und der Restrukturierungsexperte Prof. Dr. Georg Streit von der Anwaltsgesellschaft Heuking unterstützen die Ihle-Gruppe bei den notwendigen Veränderungen zur langfristigen wirtschaftlichen Stabilisierung. „Ihle hat hohe Kompetenz auch in margenstärkeren und wachsenden Teilmärkten des Nutzfahrzeug-Reifengeschäfts; diese zukunftsfähigen Geschäftsfelder können ausgebaut werden. Die momentane Situation ist für das Unternehmen zwar schwierig, aber die Prognosen für eine Rückkehr zu positiven Ergebnissen sind vielversprechend“, stellt Prof. Dr. Streit fest.

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