Stellenabbau in der Automobilindustrie: wdk sieht Politik in der Pflicht

Montag, 27 Januar, 2020 - 13:15
"Sachargumente anstatt Populismus" fordert wdk-Hauptgeschäftsführer Boris Engelhardt. Bildquelle: Gummibereifung.

Die Nationale Plattform Zukunft und Mobilität (NPM) hat ihren „1. Zwischenbericht zur strategischen Personalplanung und -entwicklung im Mobilitätssektor“ veröffentlicht. Darin prognostizieren die von der Bundesregierung beauftragten Experten einen Abbau von 410.000 Arbeitsplätzen bei deutschen Automobilherstellern und -zulieferern. In die Diskussion um die Ergebnisse des Berichts hat sich nun wdk-Hauptgeschäftsführer Boris Engelhardt eingeschaltet – und eine deutliche Botschaft an die Politik gerichtet.

„Wir dürfen den sich abzeichnenden Arbeitsplatzabbau in der Automobilbranche Deutschlands nicht als unabwendbar hinnehmen. Andernfalls erwarten uns dramatischere Folgen für unsere Gesellschaft, als wir uns aktuell vorstellen können“, so die mahnenden Worte des Hauptgeschäftsführers des Wirtschaftsverbandes der deutschen Kautschukindustrie (wdk).

Besonders dramatisch seien dabei die in dem Plattform-Bericht enthaltenen Aussagen zum ersatzlosen Wegfall der Arbeitsplätze an- und ungelernter Beschäftigter. „Ich denke hier an die Warnung von OECD-Generalsekretär Angel Gurría, dass ökonomische Fragmentierung zu sozialer Fragmentierung führt und schließlich in politischer Zersplitterung münden kann“, erläutert Engelhardt.

Ein weiteres großes Problem sieht der wdk-Hauptgeschäftsführer in der alleinigen Fokussierung auf Batterieantriebe. Diese seien nicht geeignet, die klimapolitischen Herausforderungen technisch und gesellschaftlich ausbalanciert zu lösen. „Ja, wir benötigen nachhaltige und klimaneutrale Verkehrskonzepte. Immer wieder haben wir jedoch die Politik aufgerufen, bei der Regulierung von Mobilität die Technologieoffenheit sowie die Lebenszyklusbetrachtung von Fahrzeugen nicht aus den Augen zu verlieren. Leider ohne Erfolg“, so Engelhardt weiter.

„Wir benötigen dringend eine an Sachargumenten statt an Populismus orientierte, politische Unterstützung für die Automobilindustrie und hier vor allem für die mittelständischen Kfz-Zulieferer“, fordert Engelhardt. „Wir brauchen im Antriebsmix tatsächlich auch weiterhin den fortentwickelten Dieselantrieb. Es geht dabei nicht um Industrieförderung zu Lasten der Umwelt. Es geht vielmehr um objektive Nachhaltigkeit und die soziale Stabilität Deutschlands. Und es geht um die Finanzierung der im NPM-Bericht vorausgesagten, umfangreichen sozial-politischen Hilfsmaßnahmen. Die dort in die Pflicht genommenen Arbeitgeber müssen noch existieren, will man die Mobilitätswende realisieren und ihre gesellschaftlichen Risiken abfedern“, so die abschließenden Worte Engelhardts.

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dw

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