ADAC-Sommerreifentest: Schwache Nässeperformance

Dienstag, 19 Februar, 2019 - 08:45
Der ADAC stellt bei vielen Sommerreifen Mängel auf Nässe fest. Bildquelle: akl.

Der ADAC hat seinen aktuellen Sommerreifentest veröffentlicht mit dem Ergebnis: Neun Mal mangelhaft bei den getesteten C-Reifen und nur zwei Mal gut bei der Kleinwagendimension! Als Gewinner des Tests dürfte der Apollo-Vredestein-Konzern gelten, da der Apollo Altrust Testsieger bei der Van-Reifengröße 215/65 R16C 109 T ist, während der Vredestein Sportrac 5 den zweiten Platz bei der Testdimension 185/65R15 H einfährt.

In der Kleinwagendimension liegen zudem Premiummarken wie Bridgestone, Michelin und Goodyear vorne, gefolgt von einem sehr breiten Mittelfeld. Bei der Van-Reifengröße werden Premiummarken wie Michelin, sowie seine Schwestermarke Kleber, und Hankook abgestraft. Getestet wurden in den beiden Testdimensionen je 16 Reifen auf trockener und nasser Fahrbahn. Außerdem flossen die Kriterien Geräusch, Kraftstoffverbrauch und Verschleiß mit in die Bewertung ein.

Der Apollo Altrust erhält auf dem Testfahrzeug VW T6 Multivan vom ADAC die „Bestnote auf trockener Fahrbahn“ und fährt  mit der Gesamtnote 2,8 auf Platz eins. Außer dem Testsieger schaffen nur vier weitere Pneus die Schulnote „befriedigend“, wobei in den meisten Fällen die Performance auf Nässe eine bessere Einstufung verhindert.

Hinter dem Apollo-Reifen reihen sich der Goodyear EfficientGrip Cargo und der Pirelli Carrier auf dem geteilten zweiten Platz ein, jeweils mit der Gesamtnote 3,1. Beide überzeugen mit geringem Verschleiß, können das Niveau beim Test auf nasser Fahrbahn aber nicht halten. Der Nokian cLine mit einer 3,3 und der Continental VanContact 200 mit einer 3,4 komplettieren das Quintett der mit „befriedigend“ bewerteten Reifen. Auffällig ist hierbei, dass der Continental-Reifen nicht wie die anderen vier Pneus am Kriterium „Nässe“ scheitert, sondern wegen seiner 3,4 in der Kategorie „trocken“ insgesamt nur mit „befriedigend“ beurteilt wird. Glänzen kann er hingegen mit einem besonders guten Kraftstoffverbrauch.

Wenn es überhaupt so etwas wie ein Mittelfeld gibt in diesem ADAC-Sommerreifentest, sind das die Pneus Maxxis Vansmart MCV3+ (Gesamtnote 3,7) und Kumho PorTran KC53 (Gesamtnote 3,8), die beide mit „ausreichend“ bewertet werden. Beide werden aufgrund ihrer nur ausreichenden Performance bei Nässe so bewertet, können aber zumindest mit sehr geringem Verschleiß (Maxxis) beziehungsweise als leisester Reifen im Test (Kumho) überzeugen.

Die neun mit „mangelhaft“ bewerteten Gummis werden allesamt ihres schlechten Fahrverhaltens auf Nässen wegen in diese Kategorie eingeordnet. Einzelne Reifen wie der Falken Linam Van01 (Gesamtnote 4,6), der Michelin Agilis + (Gesamtnote 4,9), der Fulda Conveo Tour 2 (Gesamtnote 5,0) oder der Sava Trenta 2 (Gesamtnote 5,0) punkten zwar noch mit „sehr geringem Verschleiß“, können ihre insgesamt „mangelhafte“ Bewertung aber auch damit nicht verhindern. Nicht zufriedenstellend dürfte das Ergebnis für die Premiummarken Michelin und Hankook sein. Michelin ist nicht nur mit dem hauseigenen Agilis + sondern auch mit dem Kleber Transpro von der Schwestermarke unter den „mangelhaften“ Pneus vertreten, wobei sich dieser mit dem Hankook Vantra LT den letzten Platz im ADAC Sommerreifentest 2019 teilt (beide Gesamtnote 5,5).

Der Bridgestone Turanza T005 fährt auf dem Testfahrzeug VW Polo den Testsieg in der Kleinwagendimension ein. Der ADAC betitelt ihn als „sehr ausgewogenen Sommerreifen“ und er bekommt die Bestnoten auf trockener und nasser Fahrbahn. Neben dem Bridgestone Reifen erhält der Vredestein Sportrac 5 die Schulnote „gut“. Auch dieser Reifen soll sehr ausgewogen sein. Zudem loben die Reifentester seine Performance auf Nässe und den Verschleiß.

Die restlichen 14 Test-Kandidaten schneiden mit der Note „befriedigend“ ab. Das breite Mittelfeld wird von dem Michelin Crossclimate + angeführt. Er bekommt – passend zu der sogenannten Long-Lasting-Performance-Strategie des Konzerns – die Bestnote beim Verschleiß. Im Vergleich zu den Besten soll er aber etwas schwächer auf trockener Fahrbahn sein. Es folgt der Goodyear EfficientGrip Performance, der leichte Abstriche aufgrund seiner Performance auf nasser Strecke bekommt. Dafür ist er nach Aussage des ADAC besonders gut auf trockener Fahrbahn.

Vier Reifen schneiden mit der Note 2,8 ab: Die Bridgestone-Schwester Firestone erhält die Bestnote auf trockener Fahrbahn für den Roadhawk. Der Kumho Ecowing ES01 kann die Tester mit seinen „relativ guten Kraftstoff- und Verschleißwerten“ überzeugen, Abstriche gibt es hingegen in den Disziplinen „Trocken“ und „Nass“. Der Maxxis Mecotra 3 soll ebenfalls etwas schwächer auf Nässe sein, erhält aber die Bestnote beim Spritverbrauch. Gut auf trockener Strecke schneidet laut Testergebnis der Toyo Proxes CF2 ab, auf Nässe zeigt er etwas Schwäche.

Aufgrund seines „relativ hohen Verschleißes“ landet der Continental PremiumContact 5 in der Mitte des breiten „befriedigend“-Felds. Allerdings führt Continental das Nachfolgemodell PremiumContact 6 bereits im Programm. Mit der gleichen Note 3,0 schneiden auch der Falken Ziex ZE310 Ecorun („besonders gut auf trockener Fahrbahn;  relativ schwach auf Nässe“) und der Semperit Comfort-Life 2 („relativ schwach auf trockener und nasser Fahrbahn“) ab.

Die ADAC-Reifentester heben beim Giti GitiSynergy E1 das „gute Geräuschverhalten“ hervor. Doch aufgrund seiner Noten auf Nässe und trockener Strecke reicht es nicht für eine bessere Platzierung. Schwächen auf trockener und nasser Fahrbahn soll auch der Petlas Imperium PT515 haben. Er wird allerdings noch vor den Premiumreifen Hankook Kinergy Eco 2 und Pirelli Cinturato P1 Verde platziert. Der Hankook ist laut Fazit „besonders gut beim Spritverbrauch“, auf Nässe lässt er aber wichtige Punkte. Auch der Pirelli-Reifen schneidet wie der Hankook-Reifen mit der Note 3,4 auf Nässe ab. Linglong landet mit dem Green-Max HP010 auf dem letzten Platz im Test. Die Reifentester kritisieren seinen hohen Verschleiß und seine relative Schwäche auf trockener Fahrbahn.

Quelle: 

akl/dw

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