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Pirelli Deutschland: Norbert Schäfer gibt Vorsitz des Betriebsrats ab

Norbert Schäfer (60) ist seit 25 Jahren Vorsitzender des Betriebsrats der Pirelli Deutschland GmbH. Für seine Verdienste wurde er nun von Michael Schwöbel, Sprecher der Geschäftsführer, geehrt. Bereits seit 45 Jahren arbeitet Schäfer im Odenwalder Unternehmen.

Norbert Schäfer (60) ist seit 25 Jahren Vorsitzender des Betriebsrats der Pirelli Deutschland GmbH. Für seine Verdienste wurde er nun von Michael Schwöbel, Sprecher der Geschäftsführer, geehrt. Bereits seit 45 Jahren arbeitet Schäfer im Odenwalder Unternehmen.

„In seiner Funktion als Betriebsrats-Chef lernte ich Norbert Schäfer als einen stets umsichtigen und vertrauenswürdigen Partner kennen und schätzen, der die Belange der Belegschaft mit großem Engagement vertritt, ohne dabei die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen des Unternehmens sowie dessen Standortsicherung aus den Augen zu verlieren“, lobt Michael Schwöbel den Jubilar.

Nur wenige Tage nach seinem 15. Geburtstag begann Norbert Schäfer am 3. August 1970 bei der Veith Pirelli AG in Breuberg seine Ausbildung zum Maschinenschlosser. Erst sieben Jahre zuvor, 1963, hatte der italienische Reifenhersteller Pirelli 51 Prozent der Anteile von Veith übernommen. Bereits 1972 wurde Norbert Schäfer zum Jugendvertreter gewählt, der bei der Unternehmensführung für die Interessen der Auszubildenden sprach. Diese Funktion hatte er bis Ende April 1975 inne. Einen Tag später entsandte die Belegschaft Norbert Schäfer, der inzwischen als Schlosser in der Zentralwerkstatt arbeitete, erstmals in den Betriebsrat der Veith Pirelli AG. 1981 erhöhte der italienische Hersteller seine Anteile an der Veith Pirelli AG auf 99 Prozent und gründete 1986 die Pirelli Reifenwerke GmbH. Dort übernahm Norbert Schäfer im Folgejahr gleich zwei wichtige Funktionen: Ende August 1987 wurde er in den Aufsichtsrat gewählt und wenige Wochen später als Betriebsrat von seinen regulären Dienstpflichten freigestellt, um den betriebsverfassungsrechtlichen Pflichten in Vollzeit nachkommen zu können. 1991 dann, Norbert Schäfer war inzwischen 36 Jahre alt, rückte er als Vorsitzender an die Spitze des Betriebsrats.

Dort gelingt es ihm seither zusammen mit den Betriebsräten mit viel Sachverstand und strategischem Geschick, auch in schwierigen Phasen tragfähige Kompromisse herbeizuführen. „Das ist möglich, weil wir mit den Vertretern der Geschäftsführung auch komplizierte Themen offen besprechen können und nahezu alle Themen einvernehmlich klären“, so Norbert Schäfer. Das war unter anderem der Fall, als 1995 das Wettbewerbsumfeld die Einführung der Sieben-Tage-Woche erforderte und 1999 die tarifvertragliche Arbeitszeit von 37,5 auf 40 Stunden pro Woche ausgedehnt wurde. Beide Maßnahmen trugen wirksam zur Standortsicherung bei, ebenso die 2009 unterzeichnete Zukunftsvereinbarung, an deren Ausarbeitung Norbert Schäfer großen Anteil hatte. So besteht für die Stammbelegschaft Kündigungsschutz, und in der Pirelli Personal Service GmbH, der vom Unternehmen als Flexibilitätsreserve gegründeten Zeitarbeitsfirma mit Tarifvertrag, bestehen geordnete Beschäftigungsverhältnisse.

Aufgrund seiner Fähigkeiten und Leistungen wurde Norbert Schäfer im Jahr 2000 durch Wahl auch zum Mitglied des europäischen Betriebsrats des Unternehmens bestimmt und gehört seit 2003 dem Aufsichtsrat der Pirelli Deutschland GmbH als stellvertretender Vorsitzer an. Darüber hinaus ist er Mitglied im Beirat der IG Bergbau, Chemie, Energie, sitzt in der Hessischen Tarifkommission Kautschuk sowie in der Bundestarifkommission und agiert darüber hinaus als ehrenamtlicher Richter am Landesarbeitsgericht in Frankfurt/Main.

Nach 25 intensiven Jahren an der Spitze des Betriebsrats wird Norbert Schäfer nun einen Gang zurückschalten und hat zum 30. April 2016 den Vorsitz niedergelegt. „Als freigestellter Betriebsrat wird er seine Kompetenz Pirelli aber auch weiterhin zur Verfügung stellen und darüber hinaus seinen Nachfolger Christian Grünewald umfassend in seinen neuen Aufgabenbereich einarbeiten“, freut sich denn auch Josef Lottes, Geschäftsführer Personal und Organisation sowie Arbeitsdirektor des Unternehmens im Odenwald. Der gelernte Energieanlagen-Elektroniker Christian Grünewald (34) kam 2001 ins Unternehmen und übernahm bereits im ersten Ausbildungsjahr den Vorsitz der Jugendvertretung. Diese Funktion hatte er vier Jahre inne. 2006 wurde er in den Betriebsrat gewählt, zwei Jahre später in den Aufsichtsrat der Pirelli Deutschland GmbH. Bevor er am 01. Mai 2016 den Vorsitz des Betriebsrats übernahm, war Christian Grünewald sechs Jahre freigestellter Betriebsrat.

(kle)

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